Wahlprogramm: Piratenpartei fällt bei Test mit Plagiatssoftware durch

Von | 13. April 2012

Eine Durchsicht der Wahlprogramme der schleswig-holsteinischen Parteien mithilfe einer Plagiatssoftware bringt Licht und Schatten hervor. SSW, SPD und GRÜNE bestehen die Prüfung fast fehlerfrei. Bei der FDP entdecken wir eine heimliche Liebe zur Eifel. Bei der LINKEN gibt es höfliche Kritik. Die CDU leistet sich einen kleinen, aber groben Schnitzer. Die PIRATENPARTEI fällt durch: Die Partei, die mit dem programmatischen Spruch „Jetzt mit mehr Inhalt“ selbstbewusst im Landtagswahlkampf antritt, schrieb ihr Programm zu 43 Prozent ab – und das auch noch fehlerhaft.

Wahlprogramme und Promotionen haben gewisse Parallelen: In manchen Kreisen sind sie ein „must“ und unverzichtbarer Türöffner. Andere finden, man könne sie sich auch sparen, denn im Alltag helfen sie nicht weiter und beachten tue sie eh keiner. Egal, wer da nun Recht hat. Der Zweck eines Wahlprogrammes ist präziser: Es soll die Leser davon überzeugen, exakt diese Partei in exakt dieser Wahl zu wählen. Auch wegen dieser Einzigartigkeit lag es für mich nah, mal mit Wahlprogrammen zu machen, was andere mit Doktorarbeiten machen: auf Plagiate untersuchen.

Was aber ist nun ein Plagiat in einem Wahlprogramm? Übernahmen aus eigenen Presseerklärungen, Landtagsreden, Anträgen, vergangenen Wahlprogrammen? Nicht unbedingt, denn das ist kein Plagiat, kein „Aneignen fremder geistiger Leistungen“. Man kann und muss die eigene landespolitische Position nicht ständig neu erfinden. Und sind Texte der Mutterpartei oder anderer Landesverbände fremde geistige Leistung? Ja – zumindest dann, wenn das Programm den Eindruck der regionalpolitischen Einzigartigkeit nur noch vorgaukelt. Oder wenn die Übernahme nicht transparent erfolgt.

Dabei wäre es kleinkariert, schon die Übernahme einzelner „fremder“ Sätze oder „Sprenkel“ zu kritisieren. Was aber, seine Herkunft verheimlichend, darüber hinausgeht, ist ein Vertrauensbruch. Und ein Plagiat bleibt auch dann ein Plagiat, wenn zwar ein formaler Transfer stattfindet (streiche Bayern, setze Hamburg), der innerliche Transfer aber, die erkennbare Aneignung und Übertragung auf hiesige Problemstellungen, nicht erfolgt. Das ist auch deshalb verwerflich, weil keine Partei gezwungen wird, zu alles und jedem wenigstens x Worte zu schreiben.

Ich habe die auf den jeweiligen Webseiten der Landesparteien zum Download angebotenen Wahlprogramme der Parteien von Präambel, Vorwort, Inhaltsverzeichnis, Nachwort und ähnlichem befreit. Als Software habe ich mich für den Online-Dienst Plagaware entschieden, der vor zwei Jahren bei einem Test der HTW Berlin die besten Noten erhielt. Diese Software ist kein Wunderwerk. Sie findet mit Sicherheit nicht „alles“; nicht mal „vieles“. Hinter Projekten wie Guttenplag steckt viel Handarbeit und natürlich auch Recherche in nicht digitalen Werken.
Um „falsche Positive“ (Treffer, die das Wahlprogramm selbst, seine Entwürfe oder Zitate daraus sind) zu minimieren, habe ich zunächst mit einem Dutzend zufällig gegriffenen Sätzen Suchmaschinen nach Treffern abgesucht. Um nicht das kleine Karo zu finden, habe ich die vom Prüfprogramm vorgeschlagenen, mir nicht zu kleinlich erscheinenden, Einstellungen übernommen: Maximale Unterbrechung zweier Fundstellen: 50 Zeichen. Minimale Länge gemeldeter Fundstellen: 100 Zeichen. Minimale gesamte Anzahl kopierter Worte pro Quelle: 25 Worte.

Die Scans erfolgten im Laufe des März und April 2012.

 

SSW

Plagaware findet 2 Prozent Übereinstimmung. Im Wesentlichen handelt es sich um Übereinstimmungen aus dem Landtagswahlprogramm 2009 des Vertreters der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein. Ein Satz stammt aus dem Koalitionsvertrag SPD-CDU aus dem Jahre 2005. Der Rest sind marginale, als solche nicht erkennbare, Übereinstimmungen mit Gesetzestexten oder Urteilen des Bundesverfassungsgerichtes. Hier kann der Bericht des Scans heruntergeladen werden: Bericht SSW

Fazit: 100 Prozent SSW

 

DIE LINKE

7 Prozent Zitate, sagt die Software. Es finden sich, teilweise absatzweise, Zitate aus den Wahlprogrammen der Schwesterparteien aus Nordrhein-Westfalen 2010, Baden-Württemberg 2010 und Mecklenburg Vorpommern 2011.
Beispiele:
In einem größeren Zitat wird in dem Satz „In Mecklenburg-Vorpommern beziehen die Menschen ihre Renten in der Regel aus der gesetzlichen Rentenversicherung.“ der Name des Bundeslandes ersetzt. Das erweckt den (in der Sache jedoch nicht von der Hand zu weisenden) Eindruck, programmatische Aussagen seien über Ländergrenzen hinweg mühelos austauschbar. Das Zitat ist in meinen Augen dennoch nicht dramatisch, da die Aussage eh bundesweit gültig (und sowieso: völlig banal) ist.
Das Ersetzen des Bundeslandes in dem (ebenfalls in einem größeren Zitat vorhandenen Satz) „Die in Mecklenburg-Vorpommern gewährten Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderungen sollen erhalten werden“ ist da schon fragwürdiger. Hier wird nämlich eine konkrete Forderung auf ein anderes Bundesland übertragen. Dies erfordert (in der Programmkommission) eine erhöhte Wachsamkeit: Besteht in Schleswig-Holstein real die Gefahr, dass Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderungen gestrichen werden? Die Frage kann man mit dem Beispiel Landesblindengeld bejahen. Also: Okay. Aber ein fader Beigeschmack bleibt.
Hier kann der Bericht des Scans heruntergeladen werden: Bericht DIE LINKE

Fazit: Unnötiges Foul in einem sonst fairen Spiel

 

SPD

Plagaware findet nichts wirklich Relevantes. Bei der Kürze des Programmes (das Programm der FDP ist dreimal so umfangreich) wäre allerdings alles andere eine Überraschung gewesen. Die wenigen zitierten Passagen sind völlig unauffällig.
Hier kann der Bericht des Scans heruntergeladen werden: Bericht SPD

Fazit: Nicht nur sauber, sondern rein

 

Bündnis 90/DIE GRÜNEN

1 Prozent findet das Onlinetool. Eine Übereinstimmung im Bereich Pflege ist am Rande dessen, was ich als „Plagiat“ bezeichnen möchte. Eine etwas längere Übernahme in Sachen Medienpolitik ist landespolitisch wenig relevant.
Hier kann der Bericht des Scans heruntergeladen werden: Bericht DIE GRUENEN

Fazit: Verunreinigung in homöopathischen Dosen

 

CDU

Es sind 5 Prozent, sagt Plagaware. Ein größerer Block (4 Prozent) besteht aus Übernahmen aus dem Vorgängerwahlprogramm 2009. Wie ich schon eingangs sagte, halte ich solche Übernahmen, zumal in diesem Umfang nicht für kritikwürdig. Bei der Übernahme eines Zitats aus einer Rede des Bundestagsabgeordneten Dr. Rolf Koschorrek (CDU/CSU) kann man der CDU-Programmkommission sogar zugutehalten, dass sie einen Zahlenfehler nicht übernommen sondern korrigiert hat.
Deutlich kritikwürdig ist die Übernahme von Formulierungen aus der “ZweiJahresbilanz des Wirtschaftsministeriums“ zu Fraunhofereinrichtungen und zum Museumsstandort Schleswig. Mit solchen Aneignungen nährt man ohne Not die eh im Raume stehende Befürchtung, solche Bilanzen dienten einzig und parteilichen Wahlkampfzwecken.
Hier kann der Bericht des Scans heruntergeladen werden: Bericht CDU

Fazit: Abzüge in der B-Note

 

FDP

Die 4 Prozent, die Plagaware für die FDP findet, bestehen zum einen aus einer Reihe von nicht zu kritisierenden Einsprengseln aus kommunalen Programmen schleswig-holsteinischer FDP-Gliederungen – und der überraschende Erkenntnis, dass die FDP in Rheinland-Pfalz mit einem gewissen Marco Weber – jedenfalls in den Augen der Autoren des FDP-Wahlprogrammes – ein Talent birgt: Mit großem Eifer werden Texte von der Webseite des FDP-Mann aus der Eifel übernommen. Ein zweiter Blick offenbart: Herr Weber wiederum zitiert aus dem letzten Wahlprogramm der FDP Rheinland-Pfalz.
Hier kann der Bericht des Scans heruntergeladen werden: Bericht FDP

Fazit: Vorsicht, kann Spuren von Eifel enthalten

 

Piratenpartei 

Satte 43 Prozent findet die Software bei der Piratenpartei, deren Wahlkampfspot mit dem stolzen Satz „Uns wird ja immer vorgeworfen, wir hätten kein Programm … dann wäre der Spot jetzt hier zu Ende“ beginnt.
Hier kann der Bericht des Scans heruntergeladen werden: Bericht PIRATENPARTEI

Bei den sehr umfangreichen Übernahmen aus den 2011er Wahlprogrammen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Mecklenburg-Vorpommern stellt sich die Frage, wessen Programm das nun eigentlich ist. Ist das „ihr“ Programm? Oder das aus Baden-Württemberg? 45 Prozent des Programms aus dem Südwesten der Republik flossen absatzweise in das Kieler Programm, füllen es zu über einem Drittel (35 Prozent):

Weder im Wahlprogramm noch in dem Protokoll des Landesparteitages fand ich Hinweise auf umfangreiche Übernahmen.

Der Lackmustest: Fand eine Anpassung auf landesspezifische Forderungen statt? Welche Transferleistung ist erkennbar?

Einige Beispiele:

  1. Unvollständige Übernahme
    In dem Kapitel Transparenz mit der hintersinnigen Überschrift: „Geheimnis war gestern“ wird der Abschnitt „Transparenz bei Besetzung von Ämtern“ vollständig aus dem Programm Baden-Württemberg übernommen. In dem abgekupferten Abschnitt heißt es im Original unter anderem:
    Wir fordern eine Verbesserung der Transparenz bei der Besetzung von Ämtern und öffentlichen Aufsichtsgremien. Darunter fallen zum Beispiel die Beigeordneten in großen Kreisstädten oder Verwaltungsräte. (…)
    Warum auch immer aus den „großen Kreisstädten“ in der Kieler Fassung „Städten“ wurde – die in Schleswig-Holstein nicht bekannten kommunalen „Beigeordneten“ und „Verwaltungsräte“ blieben erhalten – und stehen nun sinnfrei im Text herum.
  2. Falscher Begriff
    Bei der kurz darauf folgendenTransparenz in der Kommunalpolitik“ liegt das Programm in der eigenen(!) Formulierung knapp daneben:
    „Wir setzen uns dafür ein, (…)  dass von den jeweiligen Sitzungen der Kreistage und der Stadt- und Gemeinderatssitzungen Live-Streams erfolgen (…).“
    Okay. In Schleswig-Holstein heißt das Gemeinde- oder Stadtvertretung. Für den Außenstehenden mag sich das kleinlich anhören, für Kommunalpolitiker ist das wichtig.
  3. Unreflektierte Übernahme
    Ländle pur findet sich bei der geforderten „Transparenz im Haushalt des Landes“. Nur scheint es, dass die in Baden-Württemberg offenbar zu beklagende Flucht aus dem Budget in „überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanzierte Stiftungen“ nicht auf Schleswig-Holstein übertragbar ist. Denn hier im Lande können wir schon seit einiger Zeit eher eine Abkehr von Stiftungsunwesen erkennen, etwa jüngst bei der Auflösung der Innovationsstiftung.
  4. Falsche Behauptung
    Im Abschnitt Mehr Bürgerbeteiligung – weniger Hürden bei Volksbegehren werden die einleitenden Absätze aus dem Muster(vorlagen)ländle übernommen. Kurz bevor es dann in die freie Formulierung überbegeht, steht hier wie dort:
    „Zum Unterschreiben müssen sich die Bürger in amtlichen Eintragungsräumen einfinden.“
    Nein, müssen sie nicht. Es mag sein, dass das in Baden-Württemberg so ist. In Schleswig-Holstein ist das nicht so. § 16 Absatz 1 Volksabstimmungsgesetz: „Die Eintragung in Eintragungslisten oder Einzelanträgen kann in amtlichen oder nicht-amtlichen Räumen sowie anderen Örtlichkeiten stattfinden“. Und das müssen Piraten in Schleswig-Holstein bitte auch wissen, sie sind Bündnispartner von Mehr Demokratie e.V. und unterstützen sie bei vielen Gelegenheiten.
  5. Doppelt falsch
    Der in Baden-Württemberg gebürtige SatzIn Schleswig-Holstein ist für Kinder mit besonderem Förderbedarf das Risiko einer Sonderschuleinstufung und der daraus folgenden Ausgrenzung aus dem Regelschulbetrieb im internationalen Vergleich besonders hoch.“ ist im Schleswig-Holsteiner Programm gleich doppelt falsch: Wie zuletzt der „Chancen-Spiegel“ der Bertelsmann-Stiftung zur Bildungsgerechtigkeit zeigte, ist Schleswig-Holstein auf diesem Gebiet bundesweit führend: Nur 2,9 Prozent aller Schüler sind hier vom Regelschulsystem ausgeschlossen und werden gesondert in Förderschulen unterrichtet (Bundesdurchschnitt: 5,0 Prozent). 49,9 Prozent aller lern- oder körperbehinderten Schüler besuchen eine reguläre Schule. Diese Quote liegt mehr als doppelt so hoch wie der Bundesdurchschnitt.
  6. Längst eingelöste Forderung
    Zur Abwechslung das Wahlprogramm Mecklenburg-Vorpommern. Eingepfercht zwischen zwei Abschnitten aus dem dortigen Programm steht der Satz: „Wir wollen durch eine Änderung des Landesbeamtengesetzes Schleswig-Holstein erreichen, dass auch in Schleswig-Holstein der Generalstaatsanwalt kein politischer Beamter mehr ist“. Tolle Idee. Der Satz kommt nur vier Jahre zu spät: Der Generalstaatsanwalt ist in Schleswig-Holstein seit 2008 kein politischer Beamter mehr.
  7. Mechanische Anpassung
    Der schon bei der LINKEN kritisierte Mechanismus, in einem Text die Bezeichnung des Bundeslandes auszutauschen, findet sich auch bei den Piraten: Etwa bei der Begrenzung des Missbrauchspotenzials der Leiharbeit: „Wir wollen, dass das Land Baden-Württemberg Schleswig-Holstein dazu eine entsprechende Initiative im Bundesrat startet.“ Könnte jemand bitte mal abgrenzen, inwieweit das ein Monat nach der Wahl in Baden-Württemberg beschlossene (Bundes)Gesetz zur Verhinderung von Missbrauch der Arbeitnehmerüberlassung da schon was von erledigt hat?
  8. Artefakt in der Überschrift
    Beim Thema Studiengebühren wird der Eingangssatz aus Baden-Württemberg übernommen, dann aber eigenständig weitergeschrieben. Das ist auch dringend nötig. Denn in Baden-Württemberg kann man die Studiengebühren abschaffen – in Schleswig-Holstein mangels Masse nicht. Und dann fordert keine Partei derzeit ihre Einführung. Nur: wäre es da nicht konsequent gewesen, auch die Überschrift „Abschaffung von Studiengebühren“ anzupassen?
  9. Verkehrte Welt
    Der Atomausstieg. Der Satz „Der Tendenz der Landesregierung, Umweltpolitik einseitig mit … der Förderung der Atomenergienutzung zu verbinden und diesen unterzuordnen, treten wir entschieden entgegen“ war im Mappus-Ländle des Jahres 2011 entschieden richtig. Nur in Schleswig-Holstein ist er, nicht erst seit Fukushima, Unfug. Schon die auf Bundesebene beschlossene Laufzeitverlängerung wurde von der Landes-FDP, die traditionell in der Atomkraft einen eigenen Kurs fuhr, stark kritisiert. Beim Umschwenken von CDU und FDP nach der Fukushima-Katastrophe waren die beiden Landesparteien eher treibende Kraft als „einseitige Förderer“ der Atomenergie. Man kann der Landesregierung im Land der drei nordelbischen Atommeiler sicher viel vorwerfen – aber Atomlobbyismus a la Mappus nun wirklich nicht.
  10. Überraschende Probleme
    In Baden-Württemberg müssen – ernsthaft jetzt – schlimme Verhältnisse herrschen, wenn man das von dort stammende KapitelPersönlichkeitsrechte der Schüler und Lehrer achten“ durchliest. In Schleswig-Holstein bleibt der Inhalt ein Fremdkörper: Private Sicherheitsdienste spielen an den Schulen in Schleswig-Holstein keine Rolle. Forderungen danach erinnere ich keine. Und natürlich muss sich in Schleswig-Holstein kein Schüler einer Urinuntersuchung oder ähnlichen Maßnahmen unterziehen. Dafür fehlte es im Schulrecht übrigens auch an jedweder rechtlichen Grundlage.
  11. Fehlende Fehler
    Die Forderung „Widerspruchsverfahren gegen Behördenentscheidungen und -bescheide (…) in allen Gesetzen und Verordnungen beibehalten bzw. wieder einzuführen“ überrascht. Dort, wo es abgeschafft wurde, waren eigentlich alle dafür. Und hier heißt es zu Schleswig-Holstein: „Derzeit liegen keine Erkenntnisse über einen eventuell beabsichtigten Ausschluss des Widerspruchsverfahrens vor“. Profi-Tipp: In der gleichen Übersicht kann man sehen, wo die Forderung zutrifft …

Diese Beispiele sollen reichen, es gibt noch mehr. Sie bebildern, dass hier nicht bedeutungsvolle Allgemeinplätze übernommen und diese dann mit konkreten lokal- und regionalpolitischen Forderungen ergänzt wurden. Nein, reihenweise gemachte handwerkliche Fehler verdichten sich zu dem Zweifel, ob den Lesern tatsächlich eine bewusst formulierte Programmatik – den der von Schleswig-Holsteins Piraten verwendete Satz „jetzt mit mehr Inhalt“ suggeriert – angeboten wird. Oder einfach nur „irgendwiewas“.

Ich habe Torge Schmidt, den Spitzenkandidaten der Piratenpartei in Schleswig-Holstein, mit dem Ergebnis des Scans konfrontiert. Er stellte klar, dass das Wahlprogramm auf mehreren Landesparteitagen Punkt für Punkt verabschiedet worden ist. Alle einzelnen Punkte sind basisdemokratisch entschieden worden. Jedem war bewusst, dass dort auch viel von anderen Landesverbänden kopiert wurde. Auf Ungenauigkeiten im Programm angesprochen, bekennt er sich dazu: „Ja es sind einige Fehler dort drin. Ein paar sind aufgefallen als es zu spät war, wie zum Beispiel das Sammeln von Unterschriften für Volksentscheide. Einige Formulierungen mögen auch nicht ganz richtig sein.“ Und ergänzt: „Shit happens. Die handwerklichen Fehler sind meiner Meinung schlimmer, als die Tatsache, dass wir auf bereits vorhandenen Programmen aufgebaut haben.“

Dass man sich bei den Wahlprogrammen anderer Landesverbände bedient, ist für sich genommen in der Tat nicht reflexartig zu verdammen. Es gibt genug Themen, die in den Bundesländern gleich gelagert sind. Und die programmatischen Ausrichtungen der Landesverbände unterscheiden sich nicht völlig. Eine Forderung aus dem Wahlprogramm für die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2011 kann auch auf die Verhältnisse in Schleswig-Holstein passen. Wohlgemerkt: kann. Sie muss aber nicht. Die typischen Schritte: Haben wir das Problem hier auch? Stimmt die Beschreibung des Problems mit der hiesigen Wahrnehmung überein? Fordern wir diese Lösung auch? Stimmen wir der Begründung zu? Das garantiert nötige Transferleistung. Das signalisiert, dass die Thematik verinnerlicht wurde.

Das Programm der Piraten ist verschiedentlich für seine Vagheit und Beliebigkeit kritisiert worden – oder für die Unfinanzierbarkeit zahlreicher finanzieller Wohltaten, die sich im Programm befänden. Solche Kritik gehört zur normalen politischen Auseinandersetzung dazu. Dass das Wahlprogramm der Piraten aber in großen Teilen ein Plagiat ist, berührt im Kern den Anspruch der schleswig-holsteinischen Piraten, irgendwie transparenter, ehrlicher, bodenständiger und authentischer zu sein als die anderen Parteien. Dem Ziel, als seriöse politische Kraft ernst genommen zu werden, dient das Aneinanderkleben von Versatzstücken aus anderen Wahlprogramme nicht.

Was soll ich denn bitte glauben, wenn ich im Juni einem Redner der Piratenpartei im Kieler Landtag zuhöre? Ob das wohl „seine“ Rede ist? Oder ob das, was er vorträgt, schon im Saarland vorgetragen wurde?

Die offenkundigen Fehler allein sind ebenfalls nicht das Problem. In Kombination mit dem hohen Abschreibeanteil des Programms verstärken sie aber ein Gefühl, auch andere Aussagen des Programms nicht mehr ohne zu zögern glauben zu wollen. Selbst bei Formulierungen wie der, es gäbe im Schulbereich „den Trend zu ständigen Missreformen, welche die eigentlichen Probleme gar nicht erst angehen“ werde ich misstrauisch, ob damit das kritisiert wird, was ich in Schleswig-Holstein erlebe oder ob die Aussage „woanders“ herkommt (Ja, sie kommt woanders her. In Baden-Württemberg hieß es lediglich „Miniaturreformen“).

Warum das alles nur? Bisher haben die Piraten es doch prima verstanden, aus ihrer programmatischen Not eine Tugend zu machen. Sie verweisen darauf, noch nicht zu allen wichtigen politischen Themen wirklich etwas zu sagen zu haben. Sie nehmen erst Stellung, wenn sie sich gründlich mit einem Thema beschäftigt hätten. Noch am Dienstag hätte ich mich darüber ärgern wollen, dass der NDR bei seiner Auswertung der Wahlprogramme stillschweigend die Piratenpartei ignorierte – wäre ich nicht zeitgleich zu der Einsicht gelangt, dass die Piratenpartei froh darüber sein könnten, wenn man über „ihr“ Programm schweigt.

Von dem an sich sympathischen Eingeständnis des Unfertigen ist bei mir nicht mehr übrig geblieben. Ich fühle mich einfach nur betrogen.

Von:

Swen Wacker, 49, im Herzen Kieler, wohnt in Lüneburg, arbeitet in Hamburg.

114 Gedanken zu “Wahlprogramm: Piratenpartei fällt bei Test mit Plagiatssoftware durch”:

  1. Oibelos

    Was genau ist jetzt das Problem dabei, dass die Landesverbände der Piratenpartei voneinander lernen?

    Warum sollte jeder das Rad neu erfinden müssen?

    Gerade die Piraten stehen doch für Wissensaustausch und kulturelle Evolution.

    Ich verstehe das angebliche Problem nicht.

    Ich bin Pirat und natürlich beobachten wir, was andere Landesverbände machen, lesen der Programme, besuchen deren Parteitage und Konferenzen und übernehmen, was uns gefällt. Im Gegenzug kann auch gerne jeder von uns alles mögliche übernehmen.

    Und Autoren werden im Programm natürlich nicht genannt. Wenn ein Programmpunkt in gemeinsamer Diskussion entstanden ist, weiß man ja auch garnicht, wer der Autor eigentlich war.

    Fehler: OK, das ist ein Kritikgrund.
    Übernahmen von anderen Verbänden der Piratenpartei: Das ist kein berechtigter Kritikgrund.

    Reply
    1. Ulf Kämpfer

      ganz recht: nur unreflektierte, hirnrissige Übernahmen sind das Problem; wenn schon die konkrete Punkte, die woanders abgeschrieben werden, für Schleswig-Holstein falsch oder sinnlos sind, wie kann ich dann darauf vertrauen, dass bei den allgemeinen, nicht überprüfbaren Übernahmen auch nur eine Sekunde über die Übertragbarkeit auf Schleswig-Holstein nachgedacht worden ist? Ist das neuer Politikstil? Innovativ? Vertrauenserweckend? Authentisch? *Anders* als bei den anderen Parteien ist es jedenfalls, dass muss man den Piraten lassen!

      Reply
      1. Oibelos

        Für die Piraten SH kann ich nicht sprechen, da war ich nicht dabei.

        Aber in unserem LV haben wir ca. ein dreiviertel Jahr am Wahlprogramm gearbeitet, hart in der Sache gestritten und das ganze dann an Zwei Parteitagen, die jeweils 2 Tage lang waren nochmal alles diskutiert und beschlossen.

        Dabei haben wir auch einiges von anderen Landesverbänden übernommen.

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        1. Sebastian Jurk

          Damit wäre die Kritik an sich schon erledigt. Wenn ein Landesverband das selbe will wie ein anderer und auch darüber diskutiert hat ist es doch lächerlich zu behaupten man müsse den Text extra umschreiben wegen Plagiaten.

          Meiner Meinung nach sind die Grundannahme und die Schlussfolgerung des Beitrags, zumindest für die Piratenpartei, schlicht falsch.

          Reply
          1. Sebastian Jurk

            Irgendwie gibts keinen Antwortbutton unter deinem Beitrag.

            Deine Grundannahme ist dass Texte die von der gleichen Partei, nur von anderen Bundesländern, übernommen wurden für dasjenige Land irrelevant sein könnten oder dass es da irgendwelche Rechteprobleme gibt.
            Ist beides Unsinn, es ist eine Partei, es gibt da kein Rechteproblem. Und die Punkte wurden ja offenbar nicht einfach nur reinkopiert sondern auch besprochen und darüber abgestimmt.

            Womit beide Probleme die zu sehen scheinst irrelevant werden.

            Es wäre doch lächerlich zu behaupten ein Parteiprogramm wäre besser nur weil es umgeschrieben wurde damit es nicht dem Parteiprogramm der eigenen Partei in einem anderen Bundesland ähnlich sieht.

            Mag sein du meinst eigentlich etwas anderes… aber diese Kritik scheint mir echt schräg zu sein.

            Grüße!
            Sebastian

          2. Swen Wacker

            Die Verschachtelungstiefe der Kommentare ist aus layouterischen Gründen begrenzt, deshalb gibt es keine Antwortbutton.
            Du hast den Artikel offensichlich immer noch nicht gelesen. Das ist nicht die Grundannahme.

          3. Sebastian Jurk

            Stimmt, ich nehms zurück. Ich bin gleich von der Statistik zu den Kommentaren gesprungen.
            Ist natürlich unsinnig Texte zu kopieren die im jeweiligen Land keinen Sinn machen.

            Nichts für ungut!
            Sebastian

    1. Thies

      Wer lesen kann ist klar im Vorteil, Herr Fuchs. Oder haben Sie den Link nur kopiert ohne den Inhalt des verlinkten zu lesen? ;)

      „Das legt eine Analyse der Wahlprogramme nahe, die auf dem – nach eigenen Angaben partei-unabhängigen – privaten „Landesblog“ von Schleswig-Holstein veröffentlicht wurde.“

      Reply
  2. M.

    Hallo Herr Wacker,

    könnten Sie bitte mal erklären, inwiefern die Übernahme von Texten anderer Piraten-Verbände durch die Piraten-SH problematisch sein soll?

    Habe Sie – als ordentlicher Journalist – geprüft, ob die [Piraten-]Urheber der Original-Werke der Übernahme allgemein oder speziell bezüglich des Wahlprogramms in SH zugestimmt haben?

    M.

    Reply
    1. Swen Wacker

      > könnten Sie bitte mal erklären, inwiefern die Übernahme von Texten anderer Piraten-Verbände durch die Piraten-SH problematisch sein soll?

      Das habe ich in dem Artikel beschrieben. Sie finden die Passage in den hinteren Drittel.

      > Habe Sie – als ordentlicher Journalist – geprüft, ob die [Piraten-]Urheber der Original-Werke der Übernahme allgemein oder speziell bezüglich des Wahlprogramms in SH zugestimmt haben?

      Straf- oder zivilrechtliche Diskussionen halte ich in diesem Zusammenhang für irrelevant. Nachdem Sie meinen Artikel gelesen haben werden sie erkennen, dass für mich das Problem nicht in einer etwaig fehlenden Erlaubnis läge sondern in der unreflektierten Übernahme, die eine Auseinandersetzung mit der Situation in SH vermissen lässt.

      Reply
      1. M.

        OK, korrekt. Habe erneut gelesen.

        Lassen Sie – der Vollständigkeit halber – auch die anderen Parteiprogramme durch den Dienst prüfen?

        Würde mich interessieren.

        Reply
  3. R.A.

    Liebe Güte!
    Da erklärt Swen Wacker sehr detailliert und mit guten Belegen, warum die UNDURCHDACHTE Übernahme fremder Texte auf politische Defizite schließen läßt.
    Und dann kommen Fragen, warum denn die Piraten nicht „von anderen Landesverbänden lernen“ sollen oder ob die Genehmigung ein Problem sei.

    Hallo? Leseverständnis?
    Ist es für die Piraten nicht möglich, auch mal eine längere Argumentation zu lesen und zu verstehen?

    Das ist eine ganz saubere journalistische Arbeit, vorbildhaft!

    Reply
    1. Stecki

      Muß auch sagen, daß ich ein bisserl (eigentlich sogar ziemlich) erschrocken bin, daß die ersten Kommentare quasi alle gleich beweisen, daß man schlicht gar nicht liest, was da so steht.

      Erklärt natürlich, wie dann Wahlprogramme zustanden kommen, die leider, ähm, leichte inhaltliche Defizite aufweisen.

      An Oberflächlichkeit ist das kaum zu überbieten — und mit Schwarmintelligenz hat das leider auch nicht viel zu tun ;-) Ganz schön schwaches Bild insgesamt…

      Reply
      1. Henning

        Schließe mich euch beiden an. Man muss ja nicht immer alles lesen, aber wenn man etwas kritisieren oder fragen will, sollte man sichergehen, dass die Frage nicht schon beantwortet wurde.

        Reply
  4. Pingback: Nachtwächter-Blah » Plagiatoren des Tages: Die Piratenpartei in Schl…

  5. Mark N.

    Mein Kompliment. Auch ich als Pirat muss anerkennen, dass hier jemand sauber recherchiert und auf Missstände hingewiesen hat. Ich hoffe, die anderen Landesverbände lernen daraus – unreflektiertes Kopieren von Programmtexten ohne Adaption auf die landestypischen Verhältnisse und Probleme ist ein Fehler. Punkt. Danke dafür an den Autor!

    Reply
  6. Rudi

    Als Pirat sage ich da mal Danke für die sachlich gut begründete Mahnung.

    Die Programmatik der anderen Verbände geniesst ja einen Vertrauensvorschuss, weil sie ja schon einmal im anderen Verband durch den ganzen Prozess durch ist. Das das allerdings nicht bedeutet das eigene Gehirn ganz abzuschalten ist eine Erkenntnis, die sich ruhig weiter verbreiten sollte.

    Ein Remix ist nicht automatisch gut.

    Reply
  7. tom

    Kompliment!
    Gut recherchiert!

    Bei aller Sympathie – auch (und gerade) Piraten sollten schnörkellos eingestehen können, dass sie bei diesem Programm einfach mal Scheiße gebaut haben. Verniedlichen und ablenken fördert nur das Mißtrauen.

    Reply
  8. Stefan Karstens

    Wer schon einmal in einer Programmkommission (wahrscheinlich egal welcher Partei) mitgewirkt hat weiß, dass Programme aus anderen Landesverbänden durchaus als Inspiration dienen. Dieses ist auch nicht weiter schlimm, da sich Problemlagen und jeweilige Lösungsansätze häufig ähneln. Insbesondere wenn die Deadline immer näher rückt werden dann (zugegebenermaßen) auch mal einzelne (!) schön formulierte Passagen übernommen. Wenn dann noch etwas der Satzbau umgestellt wird, fällt dieses nicht einmal auf….

    Ich finde es allerdings schon ziemlich irritierend hier zu lesen, dass eine aussichtsreich zur Landtagswahl antretende Partei fast die Hälfte ihres Wahlprogramms so einfach mal „zusammengeklickt“ hat. Dieses ist zumindest lieblos, eher sogar noch: unpolitisch und arrogant. Der Eindruck ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Beschäftigung mit konkreten landespolitischen Inhalten von den „Piraten“ wohl eher als nebensächlich angesehen wird, wenn nichteinmal geprüft wird ob Texte zur schleswig-holsteinischen Realität passen. Frei nach dem Motto: Gewählt werden wir ja sowieso!

    Erinnert mich irgendwie an die „Statt-Partei“ der 90er Jahre, die nach einem kurzen Höhenflug verdient wieder in der Versenkung verschwunden ist.

    Bin gespannt wann diese Blase platzt….

    Reply
    1. Sylvia-Fee Wadehn

      Kann ich nur voll zustimmen. Das Schlimme ist hier wurde ein Wahlprogramm zusammengestrickt, ohne den Bezug zum eigenen Land herzustellen. Das heißt die eventuell zukünftigen Volksvertreter kennen die Probleme ihres eigenen Landes nicht. Grauenhaft , ercheckend, furcht einflößend. Wie schwer es ist woanders zu wohnen und Politik in einem anderen Bezirk zu machen erlebe ich im überschaubaren Berlin, ich wohne in Neukölln und bin arbeitstechnisch und daher auch politisch in Pankow. Vieles ist für mich doppelt schwer weil ich wenn ich gute politische Arbeit leisten will, mich in dem Bezirk erst einarbeiten-leben muss. Wenn aber jemand für ein Land und deren Menschen Verantwortung übernehmen will ohne die Probleme zu kennen…. Na dann gute Nacht Schleswig Holstein. Deswegen Danke der Artikel war hochinteressant und anregend.

      Reply
  9. Sleeksorrow

    Oh weh, das schmerzt einen Piraten wirklich sehr. Das sind in meinen Augen schon schwerwiegende Fehler. Das kann man vielleicht erklären, darf es aber nicht kleinreden.

    Wir müssen Wege finden, mit der unglaublichen Geschwindigkeit, in der wir gerade alles aufbauen müssen (und definitiv auch wollen!), besser klar zu kommen. Auch wenn die Fehler von dem Versuch herrühren, sehr schnell auf der Arbeit anderer Piraten aufzubauen, müssen wir sicherstellen, daß auch wirklich jeder die Hintergründe eines jeden Programmpunktes vollständig kennt.

    Man muß dabei bedenken: Viele Piraten arbeiten länderübergreifend, wir bündeln unsere Kräfte und unser Wissen dank dem Internet unabhängig vom Wohnort der Mitstreiter. Anders geht es auch garnicht, die aktiven Piraten eines einzelnen Landes wären ressourcenmäßig nicht in der Lage, das alleine zu stemmen. Bei dem Superwahljahr 2012 und dem Bundestagswahljahr, das vor uns liegt, wurden vielleicht als Schattenseite auch Kräfte aus SH für eine Wahl in Saarland oder Nordrhein-Westfahlen gebunden, die dann zuhause fehlten. Auch, wenn die Piraten in SH jedem einzelnen Punkt zustimmen, ist es wichtig, hier jeden einzelnen Punkt erstmal langwierig neu zu recherchieren, sowohl auf regionale Abweichungen, als auch auf Änderungen, die in der Zwischenzeit passiert sind.

    In Baden-Württemberg, woher ich komme, hatten wir den Vorteil, daß die politische Welt uns zum Zeitpunkt der Landtagswahl noch links liegen ließ und sich die Dinge nicht jede Woche neu überschlugen, und wir auch nicht mit einer Verdoppelung der Mitglieder fertig werden mussten, für die es noch nicht die nötigen Strukturen gibt. Ich mag mir nicht ausmalen, wie krass anders die Situation in SH gewesen sein mag…

    Ich hoffe, daß dennoch ausreichend sichtbar ist, in welche Richtung meine Freunde aus Schleswig-Holstein wollen, und ihnen daher die Chance gegeben wird, es beim nächsten Programmparteitag mit hoffentlich mehr Manpower und Zeit auch sauberer hin zu bekommen.

    Um unsere politische Geschäftsführerin im Bundesverband zu zitieren: „Wir haben das Geld einer 0,2-Prozent-Partei, Programm und Struktur einer 2-Prozent-Partei – aber an uns werden die Erwartungen einer 12-Prozent-Partei gestellt“ – wir werden uns unter diesem Druck sicher noch einige Male auf’s Gesicht legen, aber auf eines kann man immer zählen: Wir werden aus unseren Fehlern lernen, egal ob im Süden oder im Norden. Daher kann ich nur sagen: Herzlichen Dank für die Analyse!

    Grüße,
    Daniel (Sleeksorrow)

    (Disclaimer: Ich schreibe manchmal so, daß es sehr allgemeingültig klingt. Dennoch ist dieser Text ausschließlich meine persönliche Meinung und hat weder Anspruch auf Allgemeingültigkeit, noch auf Korrektheit, noch auf Zustimmung irgend eines anderen Piraten. Danke.)

    Reply
    1. R.A.

      > Oh weh, das schmerzt einen Piraten wirklich sehr.
      Das ist gut, weil solche Einsicht (hoffentlich) zu Lerneffekten führt. Und den Fehler einzusehen und zuzugeben ist eine viel, viel bessere Reaktion als die eher peinlichen Beiträge der Kollegen Oibelos und M. weiter oben.

      > müssen wir sicherstellen, daß auch wirklich jeder die Hintergründe eines jeden
      > Programmpunktes vollständig kennt.
      Das wird m. E. nie möglich sein und ist wohl auch nicht nötig. Unterschiedliche Leute kennen sich halt in unterschiedlichen Bereichen aus. Und dann sollte man sich in einer Partei auch darauf verlassen können, daß die, die eine Forderung zum Antrag stellen, auch wissen, wovon sie reden.

      Das Problem hier war aber ein anderes. Da hat offenbar bei vielen Punkten überhaupt niemand Bescheid gewußt. Im ganzen Landesverband nicht. Denn sonst wäre doch wohl einer gekommen und hätte gewarnt, daß irgendein Punkt für Schleswig-Holstein sinnlos ist.

      > “Wir haben das Geld einer 0,2-Prozent-Partei, Programm und Struktur einer 2-Prozent-Partei –
      > aber an uns werden die Erwartungen einer 12-Prozent-Partei gestellt”
      Nicht unbedingt.
      Eine Neugründung kann ruhig mal zugeben, daß sie von bestimmten Sachen wenig Ahnung hat. Dann sollte sie halt dazu auch keine Aussagen machen.

      Niemand hat die S-H-Piraten dazu gezwungen, eine Aussage z. B. zum Generalstaatsanwalt zu machen. Keiner hätte es vermißt, wenn dieser Punkt überhaupt nicht im Programm gewesen wäre.

      Aber die Mehrheit (oder alle?) fanden es eine tolle Idee, so etwas reinzuschreiben. Weil es gut klingt, weil es nach Kompetenz riecht. Weil man Eindruck machen kann, nach mehr aussieht, als man ist.
      Steinalte Wahlkampfmethode.

      Reply
      1. Sleeksorrow

        > Das Problem hier war aber ein anderes. Da hat offenbar bei vielen Punkten überhaupt niemand Bescheid gewußt. Im ganzen Landesverband nicht.

        Das ist dann etwas zu weit interpretiert. Korrekt ist: „Von den Piraten, die am vorausgehenden Landesparteitag jedem einzelnen dieser Punkte zugestimmt haben“. Es kann viele Piraten im Landesverband geben, die es gewusst hätten, aber nicht involviert waren und nicht am Parteitag teilnehmen konnten. Es kann Piraten geben, die es auf dem Parteitag zwar gewusst haben, aber in der Schnelle die Punkte überlesen haben.

        Momentan werden die Programmanträge für den nächsten Bundesparteitag diskutiert, und wir haben ganz klar erkannt, daß wir Methoden brauchen, mir denen wir eine höhere Qualität der Anträge erreichen können, ohne deswegen Hürden aufzubauen. Denn bei uns soll bewusst jedes Parteimitglied in der Lage sein, Anträge an den Parteitag zu stellen. Sowas ist daher immer ein schwieriger Balance Akt. Wenn man überlegt, daß jeder Antrag z.B. mindestens 3 Reviewer benötigt, muß man überlegen, ob das schon eine zu starke Einschränkung ist für Piraten, die schwach oder nicht vernetzt sind. Folgeproblem: Schaffen wir es, genug Manpower zu sammeln, um einen Reviewing Service aufzubauen, der bei der Masse und thematischen Heterogenität der Anträge doch einen riesigen Aufwand bedeuten würde usw. usf.

        Wir haben viele Ideen dazu, aber wir müssen noch einen Konsens finden. Das ist innerparteiliche Basisdemokratie und damit gleichzeitig unsere Schwäche wie auch unsere größte Stärke. Es ist absolut nicht leicht, aber unserer Meinung nach ist es die Mühe mehr als wert.

        Grüße.
        Daniel

        Reply
  10. Torsten

    Kleiner Tipp: Den interessanten Teil schon in der Überschrift oder im ersten Absatz erwähnen. Das „Abschreiben“ halte für belanglos, die Fehler beim Kopieren sind das Spannende und Wichtige.

    Reply
  11. KielKontrovers

    Netter Artikel – sicher der Beste bisher im Landesblog. Touché! Ich schwanke aber auch ein wenig in der Interpretation. Ich würde sagen: Das man innerhalb der Partei kopiert ist kein Problem – wenn es verallgemeinerbare Forderungen sind, spricht gar nichts dagegen. Was allerdings gar nicht geht ist es so zu klingen lassen, als wenn man einen Regionalbezug hätte! Und dann bleibt am Ende der bittere Nachgeschmack, dass man es sich doch hat zu leicht gemacht. Gewogen und zu leicht befunden.

    Reply
  12. Ralf

    Antwort von Herrn Wacker „…die eine Auseinandersetzung mit der Situation in SH vermissen lässt.“

    Welche Auseinandersetzung haben die im Filmbeitrag (siehe Link) sprechenden Angeordneten vermissen lassen?

    Reply
  13. Sanníe

    Leider geil.
    Ich hoffe, diese unfaßbar peinlichen Fehler richten nicht einen so großen Schaden an, daß es keine zweite Chance mehr gibt.

    Und, liebe Piraten: Berechtigte Kritik zurückzuweisen, weil man den Kritiker beim politischen Gegner vermutet, ist genau die Oldstyle-Politik, die wir doch alle nicht mehr wollen.

    Reply
  14. Dominik Hofferer

    Hervorragender Artikel! Mir gefällt Ihre ausführliche Argumentation sehr gut.
    Im Sinne der totalen Transparenz und der Möglichkeiten der neuen Medien wird sicher wohl bald irgendjemand ein Piratenplag-Wiki starten :)
    Ich bin der Meinung, dass sich Landespolitik von Unten her, anhand der Lebenswirklichkeit der Menschen vor Ort, herausbilden sollte. Das Übertragen von Forderungen von einem Bundesland auf das andere ist insbesondere in diesem Lichte höchst problematisch! Gerade für diejenigen, die sich die Stärkung der direkten Demokratie auf die Fahnen schreiben, sollte die regionale Verwurzelung zentral sein.

    Reply
  15. Icke

    Wahlprogramme müssen auch beschlossen werden, kopieren allein reicht nicht…

    Reply
  16. Pingback: NerdGirl.de » Schlechte CopyPaste bei der Piratenpartei…

  17. UnixThomas

    Respekt für die ausführliche Analyse auch von diesem Piraten hier.

    Da ausgerechnet gestern auch die Aufforderung an alle Piraten rausging, die Anträge für den nächsten Bundesparteitag zu bewerten und zu priorisieren ist das hier ein guter Hinweis, auf evtl. Falsch-Kopien in den Anträgen auch ein Augenmerk zu haben.

    Vielen Dank für die konstruktive Kritik.

    Reply
    1. Swen Wacker Post author

      Es geht nicht allein darum, Falsch-Kopien zu identifizieren. Es geht auch darum zu überprüfen, ob es einen eigenen, breit angelegten Meinungsbildungsprozess gegeben hat, der zu einer Aussage geführt hat. Gibt es den nicht, dann sollte man m.E. besser auf eine Aussage verzichten.

      Reply
  18. NR

    Toller Beitrag! Wird viel Arbeit gemacht haben!

    Vielleicht ein guter Anlass die etablierten Parteien mal zu loben! Diese haben seit Jahrzehnten Leute auf allen Ebenen der Politik und damit von Kommunal- und Landespolitik soviel Ahnung, dass sie fehlerarme Programme zusammenkriegen.

    Reply
    1. Volker

      Auf jeden Fall wird sich nach diesem Artikel jede Partei bei jedem Wahlprogramm künftig besser überlegen, ob die inhaltlichen Punkte auch der tatsächlichen Problemlage entsprechen.
      Die Plagiatsprüfung ist eine geniale Idee, das muss ich hier auch noch mal sagen. Glückwunsch, Swen!

      Reply
  19. Cabbinger

    Inquisitionsfetischistisches Geheische nach Sensationsgier…

    Irgendwann ist´s auch mal gut!
    Verwendet Eure Energie produktiv. Destruktiv kann Jeder

    Reply
    1. Holger

      Swen hat in seinem Artikel sehr produktiv beschrieben, was nicht nur die Piraten in Zukunft besser machen sollten, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Hier ein Beispiel:

      „Die typischen Schritte: Haben wir das Problem hier auch? Stimmt die Beschreibung des Problems mit der hiesigen Wahrnehmung überein? Fordern wir diese Lösung auch? Stimmen wir der Begründung zu? Das garantiert nötige Transferleistung. Das signalisiert, dass die Thematik verinnerlicht wurde.“

      Auch sonst ist die Diskussion hier, bis auf wenige Ausnahmen, sehr konstruktiv geführt.

      Nur Du hättest beim Ausholen besser aufpassen sollen, Dir nicht selber von hinten in die Brust zu schießen. ;)

      @ Swen: Sehr guter Artikel! Leider sehr erschreckend…

      Reply
  20. whitesparrow

    Die Kritik der Piraten an den etablierten Parteien war und ist sicherlich berechtigt. Auch haben sie gesellschaftlich relevante Themen artikuliert und damit in die Tagespolitik gebracht.
    Was lugt denn hier nun aber hinter der Fassade hervor? Der absolute Wille zur Macht! Koste es was es wollen und sei es die eigene Glaubwürdigkeit. Diese Partei verrät ihre eigenen Ideale und beraubt sich ihrer Legitimität. Dabei ist nicht der Klammergriff strg+c/strg+v das Problem. Sondern der Reflex, zu allem was sagen zu wollen, egal ob es relevant ist oder nicht und vor allem – egal ob man Ahnung hat. Die Piraten in SH wollen an der Entscheidung über die Geschicke eines hochverschuldeten, reformstaubelasteten und sich im Umbruch befindlichen Landes und dessen Gesellschaft teilnehmen. Mit Unwissen und Naivität ist damit kein Staat zu machen. Es wäre da besser gewesen, eine to-do Liste der noch offenen Fragen und der aus eigener Sicht bestehrnden Lösungswege zu erstellen.

    Reply
  21. Mag

    Wäre das der CDU in S.-H. passiert, sie wäre in Bloggosphäre und Twittersphäre verbal „gelyncht“ worden, es hätte mal wieder einen Shitstorm sondergleichen gegeben und die MSM hätte sich vor Hetze, Häme, Hass etc. überschlagen. Nun wird den Piraten also der Spiegel vorgehalten und schooon ist das alles nur haaalb so wild, will man gar damit kokettieren, aber wird sicherlich nicht davon profitieren. Viele sichergeglaubte WählerInnen werden wieder abspringen. Nein, nicht missverstehen: Freue mich über jede Stimme, die die PP den Grünen „klaut“. ;) Wenn sie aber (und seien es nur eigene Landesverbände) Inhalte „stibitzt“, dann mit Quellenangabe. ;P Nach DER Nummer, die sie sich da geleistet haben, werden die Piraten nie wieder gegen einen zuGuttenberg auf die Barrikaden gehen können (wer wirft nun eigentlich Torten auf die verantwortlichen Plagiateure -warum sind da immer noch nicht namentlich Ross und Reiter genannt, wer’s war?)

    Reply
    1. Swen Wacker Post author

      Die CDU darf aber gern darüber nachdenken, ob sie die Übernahme von Passagen aus Regierungsbilanzen nachdenklich stimmen sollte. Regierungen, Parteien und Fraktionen müssen auf strikte Trennung achten. Die Geschichte Schleswig-Holstein bietet Anknüpfungspunkte, warum so etwas im Keim erstickt werden sollte.

      Reply
    1. Swen Wacker Post author

      Ja, die Redakteurin hat mich das explizit gefragt. Ich bin aus Serverressourcengründen durchaus glücklich darüber, dass der Spiegel nicht auf die hiesige, frei zugängliche Ressource verlinkt hat sondern das PDF selbst anbietet. Unsere CC-Lizenz, der die Texte unterliegen, verbietet das m.E. zudem nicht.
      Man könnte sich vielleicht fragen, ob ein direkter Link auf das Landesblog nicht „nett“ gewesen wäre. Da ich aber keine „ich bin ein A-Blogger“-Denke in mir trage, sondern auf meine regionalpolitische Bedeutung achte (viele, auch eigentlich alle der Texte hier (Ausnahme der damalige JMStV-Text, der breit gelesen wurde http://landesblog.de/2010/09/wider-den-jugendmedienschutz-staatsvertrag/), kann ich das prima akzeptieren. Wer Medienkompetenz hat, hat uns ja trotzdem gefunden.

      Reply
  22. Nordpirat

    OMG

    Da hat wohl einer nicht begriffen, dass die PP EINE Partei ist, die in Untergliederung aufgeteilt ist. Die sich über ganz Deutschland erstrecken.

    Naja, manche Dinge muss man ja sicher auch nicht verstehen.

    Aber man sollte diese Arbeit ja auch positiv sehen: und deshalb vielen Dank an den Autor dieser Studie, weil und dass er uns SH-Piraten gezeigt hat, wie wir unser Programm noch mehr verbessern können.

    Vielleicht stellt er sich ja auch zur Verfügung, wenn bzw. bevor die neue, wieder verbesserte Version veröffentlicht werden soll.

    Reply
    1. Swen Wacker Post author

      > Naja, manche Dinge muss man ja sicher auch nicht verstehen.

      Das geht mir bei mancher hier oder auf Twitter zu lesender Kritik auch so. Sie verhaart an der Oberfläche, lässt nicht erkennen, den Artikel sinnentnehmend gelesen zu haben und wirft dem Artikel Aussagen vor, die er nicht gemacht hat und auch nicht nahe legt.

      Die Piraten in SH machen einen Sonderparteitag, um ihr auf einem Parteitag beschlossenes Programm zu ändern?

      Reply
      1. Sleeksorrow

        > Die Piraten in SH machen einen Sonderparteitag, um ihr auf einem Parteitag beschlossenes Programm zu ändern?

        Das fände ich sehr sehr klasse, aber ich fürchte, das dürfte ziemlich sicher an Geldmangel scheitern. So ein Parteitag ist sehr teuer und da kein Geld mehr vorhanden ist, müßte das rein aus Spenden bezahlt werden. Die meisten Piraten haben aber bereits all ihre freien Finanzmittel für Plakate, Spots, Benzin/Bahntickets, Flyer, Giveaways etc gespendet. Noch mehr (und noch weitaus höhere Beträge, wie sie dafür nötig wären) wird aller Wahrscheinlichkeit nach über die Schmerzgrenze gehen.

        Reply
    2. Holger

      @ Norpirat: „OMG

      Da hat wohl einer nicht begriffen, dass die PP EINE Partei ist, die in Untergliederung aufgeteilt ist. Die sich über ganz Deutschland erstrecken.

      Naja, manche Dinge muss man ja sicher auch nicht verstehen.“

      Du hast den Artikel offensichtlich NICHT ganz gelesen!
      Swen macht mehrfach darauf aufmerksam, dass es nicht pauschal falsch ist, über den Tellerrand zu schauen, sondern die unreflektierte Übernahme teilweise auch noch völlig sinnloser Forderungen das Problem darstellt.

      Reply
    3. Nicole Simon

      Ich wähle im Mai das Landesparlament SH mit der Aufgabe, mich als Bürgerin in SH mit den Problemen in SH und den Fragestellungen in SH zu vertreten.

      Ich wähle nicht das Parlament anderer Bundesländer. Die ‚eine’Partei wählen wir nächstes Jahr zur Bundestagswahl.

      Knappe Ressourcen hin oder her: Wenn ich nicht weiß, ob das was ich dort hinschreibe relevant ist oder überhaupt zutrifft, dann läßt man das schlicht weg. Dann ist das Programm vielleicht kürzer, aber das ist eher zu verkraften als ‚irgendwas übernommenes‘.

      Ich kann im Mai die Piraten aus Protest wählen. Allerdings muß mir dann auch klar sein, daß ich Menschen in das Parlament mit Verantwortung schicke, die sich bei so etwas einfachem wie einem Programmentwurf schon nicht beherrschen konnten und unbedingt zusammenkopieren wollten um gut auszusehen. Und hier konsequent als Begründung Überlastung und „wir denken bundesweit‘ bringen. Das ist gut so und hilft mir bei meiner Entscheidung sehr weiter: Danke, so nicht. Vielleicht zur Bundestagswahl.

      „Vielleicht stellt er sich ja auch zur Verfügung, wenn bzw. bevor die neue, wieder verbesserte Version veröffentlicht werden soll.“ Falsches Verständnis. Du willst meine Stimme haben. Ich stelle den Anspruch, daß ich mich vorher informieren kann, was Ihr vorhabt und zu welchen Positionen Ihr steht. Keine Position zu haben finde ich dabei nicht so schlimm wie eine kurz mal woanders hergeholte.

      Reply
  23. intermerker

    Die Piraten in Schleswig-Holstein haben offensichtlich nicht nur ihr Parteiprogramm zusammenkopiert. Wenn man das Ergebnis betrachtet, wird auch schnell klar, dass sie auch ihre Grundaussage geklaut haben.

    Denn das Prinzip „Inhalte überwinden“ kennen wir bereits von Martin Sonneborn und seiner partei DIE PARTEI.

    Reply
  24. Patrick

    Dem Leser wird hier nahe gelegt, das alle anderen Parteien keine unlogischen oder schlecht übernommenen Passagen in ihren Wahlprogrammen haben.
    Haben Sie die anderen Wahlprogramme auch auf Fehler untersucht?
    Scheinbar haben Sie das nur an den kopierten Stellen getan, was meiner Meinung nach etwas zu kurz greift im Vergleich.
    Die geäußerte Kritik am Wahlprogramm muss sich die Piratenpartei in SH wohl gefallen lassen.

    Reply
    1. Swen Wacker

      Eine Aussage, die das dem Leser vermittelt, sehe ich nicht. Ich habe übernommene Anteile auf ihre „Passigkeit“ angeschaut. Am Beispiel der Linken habe ich dokumentiert, wo ich z.B. die Fehlerquelle bei Übernahmen mit Austausch des Landesnamen sehe.

      Ich weise auch extra darauf hin, dass das verwendete Tool nicht garantiert, dass alle Übereinstimmungen gefunden wurden.

      Die Untersuchung auf Fehler bei allen Parteien ist sicher eine spannende Sache, aber eine eigene Recherche, die mein Zeitvolumen überschreiten würde. Vielleicht hat ja jemand Lust (und Zeit), das zu machen.

      Reply
  25. aaaargh!

    Ist es nicht ein Fortschritt, dass sich Parteien in wichtigen Themen einig sind. Ich finde es gut, dass sich die Piratenpartei inerhalb so kurzer Zeit bei so vielen Themen einbringt und dabei nicht so tut als wäre das alles ihre Idee. Aber genau für diese Ideologie steht ja die Piratenpartei, das Kopieren als ein Bestandteil der „neuen“, kommenden Gesellschaft. Wie oben schon gesagt: „Warum sollte jede Partei das Rad neu erfinden?“. Hier wird wieder die veraltete Herangehensweise an zB Urheberrechte ersichtlich…

    Reply
    1. Stecki

      Pro-Tip: Einfach vor dem Kommentieren mal den ganzen Text *lesen* und *verstehen* und nicht nur den Anreißer… ;-)

      Reply
  26. Pingback: Copy-and-Paste: Piraten-Programm durch Plagiatssoftware entlarvt

  27. Shadow

    Ich sehe hier mal wieder ein Top Programm der Piraten. Was will man mehr?

    Kopieren und erweitern/verbessern ist das was in unserer Gesellschaft leider immer noch fälschlicherweise als schlecht dargestellt wird.
    Ein paar Copy/Paste-Fehler sind natürlich immer dabei, werden aber nach und nach beseitigt.

    Also wie gesagt: Piraten Top

    Reply
    1. Henning

      Schon gelesen, was die eigentliche Kritik ist? Erweitern/verbessern bzw. auf das jeweilige Land anpassen, hat eben nicht stattgefunden. Da wird von Posten gesprochen, die es in S-H gar nicht gibt usw.

      Traurig, dass so wenige Kritiker den Eintrag wirklich gelesen haben.

      Reply
  28. Pingback: Die Piraten, Berlin geht neue Wege... - Seite 8

  29. Pingback: MEHR INHALT – Die Plagiats – Blase

  30. Michael SH

    War ja klar, das sich die Medien in ihren Headlines plakativ und reißerisch dem Thema annehmen:
    Piraten schreiben Wahlprogramm ab (Bild)
    Die Copy-and-Paste-Piraten (Spiegel)
    Blogger entlarvt Piraten als Plagiatoren (Focus)

    Frau Leutheusser-Schnarrenberger hat den Piraten „offenen Ideenklau bei den Liberalen“ vorgeworfen und „Wir Liberale sind das Original – die Piraten sind nur das Plagiat“. Also keine Panik. Mit den FDP Ideen werden die Piraten dann wohl genauso an der 5% Hürde scheitern ;-)

    Was Plagaware nicht herausfinden konnte, dass Die Piraten aus dem „Stimmvieh“ wieder einen Wähler gemacht haben!

    Reply
  31. Pingback: Auf Kaperfahrt gegangen « Werner Krebbers Blog

  32. Marc

    Naja, ich finde es nicht schlimm, dass unter den Landesverbänden (bzw. die SHler) von einander geguttenbergt wird. Allerdings gestehe ich schon ein, dass die Programmpunkte dann aber auch entsprechen an die Gegebenheiten des Landes angepasst werden.
    Ich weiß nicht, warum die SHler da gefailt haben – und ich kenne den Landesverband auch nicht, weil ich aus NRW bin.
    In NRW (komme gerade von LPT) läuft die politische Arbeit inzwischen sehr gut, es ist richtig angenehm geworden. Das war aber nicht immer so.
    Ich denke jeder Landesverband der Piraten muss da einen gewissen Prozess durchlaufe.
    Deswegen finde ich es gut, dass du dir die Arbeit gemacht hast und die Mitglieder des Lv SH die Möglichkeit haben etwas zu verbessern.

    Was mir an dem Artikel allerdings wirklich nicht gefällt: Er zieht Basher und Trolle an wie Scheiße die Fliegen. Ein wenig sachlicher und feinfühliger formuliert, wäre er vielleicht anders kommentiert worden.

    Mit piratigen Grüßen,

    Marc

    Reply
    1. Dominik Hofferer

      Zitat Marc: „Was mir an dem Artikel allerdings wirklich nicht gefällt: Er zieht Basher und Trolle an wie Scheiße die Fliegen. Ein wenig sachlicher und feinfühliger formuliert, wäre er vielleicht anders kommentiert worden.“

      Kritiker mit teilweise sehr guten Argumenten als „Basher und Trolle“ zu verunglimpfen finde ich nicht angemessen. Ein wenig sachlicher und feinfühliger formuliert, wäre das vielleicht angemessener ;)

      Es ist eine Frage der Konsequenz auch Kritik zu akzeptieren. Zumal wenn Sie berechtigt ist und sachlich vorgetragen wird wie von Swen Wacker. Diese mit „Scheiße die Fliegen anzieht“ zu vergleichen finde ich unpassend, nur weil einem diesmal das mediale Lauffeuer oder kritische Kommentare nicht in den Kram passen wollen. Das ist zwar zweifelsohne sehr stark zugespitzt, ich denke aber Sie sehen worauf ich hinaus will.

      Dass Sie es nicht weiter schlimm finden, wenn Wahlprogramme austauschbar sind und ohne Rücksicht auf regionale Besonderheiten und Bedürfnisse entwickelt werden, sozusagen „von oben herab“ diktiert und nur ein wenig angepasst werden, finde ich fragwürdig. Meiner Vorstellung von Landespolitik jedenfalls entspricht das nicht.

      Reply
  33. Swen Wacker

    Wenn ich mir viele der Kommentare hier oder auf Twitter anschaue, dann bezweifle ich, dass irgendeine Formulierung etwas an der Kommentierung geändert hätte. Mit scheint nämlich, dass eine ordentliche Anzahl der Kritiker (positiv wie negativ) den Artikel schlicht nicht gelesen hat :-/

    Reply
    1. Henning

      Ja, sehr traurig. Und viele scheinen auch nur ihren Kommentar da zu lassen und dann gar nicht wiederzukommen, sehen also die Antworten gar nicht.

      Reply
      1. Holger

        Leider wahr!

        Dabei hätten es doch gerade denjenigen, die nur die Überschrift gelesen und sich dann sinnlos aufgeregt haben, gut getan, den ganzen Artikel zu lesen… und ausversehen vielleicht sogar was dabei zu lernen. ;)

        Zumal sich der Artikel wirklich lohnt!

        Reply
    2. eg

      Lachen oder Weinen? Die Kommentare offenbaren leider ein noch schlechteres Bild zumindest einiger Piraten, als es der ausgezeichnete — danke :) — Artikel ausführlich und fundiert zeichnet.

      Reply
  34. Pingback: Die Enthüllung, die eigentlich keine ist | Torge Schmidt

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  36. joerg

    Ich weiß gar nicht, was ich peinlicher finden soll. Die Tatsache, dass da einfach Programmbestandteile ohne Sinn und Verstand kopiert wurden oder dass viele derjenigen, die hier kommentiert haben, die Aussage des Artikels nicht verstanden haben.

    Reply
    1. Holger

      Beides ziemlich traurig!

      Aber wo kämen wir auch hin, wenn man alles verstehen würde, bevor man seine „Meinung“ äußert, Artikel zu Ende liest und am Ende noch sein Gegenüber ausreden lässt…

      Ohne sinnlose Konflickte würde Nachrichten gucken, Zeitung lesen und Internetsufren doch völlig langweilig werden:

      „Weltfrieden weiter stabil“
      „Allen geht es gut“
      „Missverständnis in Eckkneipe führte nach Aussprache zur friedlichen Versöhnung der Kontrahenten“

      :D

      Reply
  37. Pingback: “It’s not a Bug, It’s a Feature!” | Enrico Kalkbrenner

  38. Cord

    Moin Sven,

    Wie ich auch hier in einigen Kommentaren lesen konnte, haben längst nicht alle hier deine abschließenden Kommentierungen und damit alles gelesen. Dieses Problem hat aber auch, die von den althergebrachten Medien abhängige, übrige Bevölkerung.
    Der Missbrauch deiner Analyse durch diese Medien aber schadet. Sachlich mag es richtig sein, das du über die Plagiate zu einem Aufdecken von inhaltlichen Fehlern gekommen bist. Journalistisch korrekt wäre es gewesen, die von dir bei deinen Recherchen entdeckte Anzahl von inhaltlichen Fehlern im Verhältnis zu der Menge und den Inhalt der Gesamtaussagen zu stellen.
    Im Gegensatz zu dir unterscheide ich hier deutlich zwischen dem 43% Plagiatsvorwurf, und den inhaltlichen Fehlern.
    Ich sehe die reißerisch inszenierten 43% Plagiate als destruktiv an. Plagiat, dieses Wort ist seit zu Guttenberg in der Bevölkerung sehr negativ verankert. Dass Piraten untereinander kein Problem mit CC-Lizenzen haben rückt in deiner Kritik auf einen völlig unangemessenen Nebenschauplatz, ebenso wie die inhaltlichen Fehler, deren Entdeckung korrekt ist und die beseitigt werden müssen.

    Was in den Köpfen bleibt sind 43% Plagiate.

    Nur je komplexer und aufwendiger eine Diskussion geführt wird, je leichter können sich Plagiate einschleichen. Bei Abschluss der Diskussion weiß kaum einer noch, wer der Impulsgeber einzelner Formulierungen war. Die deutsche Sprache ist zwar sehr blumenreich, wird aber durch Sachzwänge und Formulierungsvorgaben stark eingeschränkt. Daher kann es immer wieder zu wörtlich gleichen Aussagen kommen je mehr Menschen sich mit dem Thema befassen.

    Politik ist ein Kompromiss aus Plagiaten aller Beteiligten um zu einem zeitnahen Ergebnis zu kommen.

    Würde jede Entscheidung auf Plagiate überprüft werden, wären Ergebnisse kaum möglich. Oder es wären alle paar Worte Fußnoten nötig, die auf die Quelle verweisen. Bürokratie pur.

    Aus diesem Grund halte ich es für wichtig, gegen deinen Plagiatsvorwurf massiv zu protestieren.

    Der Lernprozess aus deiner Recherche, nämlich das vermeiden unnötiger inhaltlicher Fehler, wird dazu beitragen zukünftig solche zu vermeiden. Allein die permanent wachsende Personaldecke der Piraten ist dafür ein Garant.

    Reply
    1. Sleeksorrow

      Das finde ich einen schönen Kommentar, die Kritik präzise und differenziert. Und ich kann ihr im Inhalt zustimmen. Unter dem Gesichtspunkt betrachtet kann man schon zu dem Schluß kommen, daß Sven von den zwei Themen, die der Artikel enthält, das eine – von ihm selbst später als nicht problematisch eingestufte – möglicherweise absichtlich in den Vordergrund gestellt haben könnte.

      Selbst die großen Medien greifen nur diesen Punkt auf, weil er durch Buzzwords interessant klingt. Dazu dann der Vergleich mit den anderen Programmen, der zu den Piraten nur die Anzahl der gefundenen Stellen in den Vordergrund rückt, jedoch nur bei den Piraten die inhaltlichen Fehler analysiert.

      Ich denke, diese Kritik ist sehr berechtigt und Sven sollte sie genauso offen annehmen und beherzigen, wie er sich wünscht, daß die Piraten seine Kritik annehmen und beherzigen.

      Reply
      1. Henning

        @Sleeksorrow
        Er nimmt bei allen Parteien die gefundenen Plagiate inhaltlich auseinander. Bei den anderen war das halt kaum was. Man kann jetzt darüber streiten, ob das die beste Herangehensweise ist, aber die Methode war bei allen Parteien gleich.

        Reply
    2. Swen Wacker

      > Journalistisch korrekt wäre es gewesen, die von dir bei deinen Recherchen entdeckte Anzahl von inhaltlichen Fehlern im Verhältnis zu der Menge und den Inhalt der Gesamtaussagen zu stellen

      Nein. Ein Verstoß gegen irgendwelche (von Dir nicht genannten) journalistischen Regeln sehe ich nicht. Welche Reputation hast Du, das zu behaupten? Denke bitte dabei daran, dass Du hier lediglich mit einem Vormane postet, dem haftet keine Namenskomptenz an.

      Ich habe aus eine Reihe an gefundenen Fehlern diejenigen ausgesucht, mit denen sich typische Fehlerstrukturen exemplarisch belegen lassen. Ich habe dabei darauf verzichtet, sie in eine skndalträchtige „OMG“-Reihenfolge zu bringen sondern bin seitenweise vorgegangen und habe so auch „in Kauf genommen“, dass Beispiele, die man einem Hinweis auf „Haarspalterei“ hätte beiseite legen können, zuoberst liegen.

      Die 43 Prozent, die ich benenne, sind ein Fakt. Warum ich der Meinung bin, den Begriff Plagiate verwenden zu können, habe ich in der Einleitung und in der abschließenden Kommentierung erklärt. Da ist nicht „reißerisches“ dran. Das mag man auch daran erkennen, dass ich bein Piratenprogramm die Kapitel „Wer wir sind …“ und „Leitlinien“ rausgelassen habe. Mit diesen Abschnitten hätte ich den Anteil deutlich nach oben drücken können, hätte ich denn „reißerisch“ sein wollen.

      > Daher kann es immer wieder zu wörtlich gleichen Aussagen kommen je mehr Menschen sich mit dem Thema befassen

      Dieser Erklärungansatz sollte man sehr schnell beiseite legen. Er trägt nicht weit, nur knapp ins Abseits.

      > Politik ist ein Kompromiss aus Plagiaten aller Beteiligten um zu einem zeitnahen Ergebnis zu kommen.

      Du kandidierst nicht zufällig auf einem der ersten acht Plätze der Liste der Piratenpartei?

      Reply
  39. Pingback: Elektronischer Verweis vom 15.04.2012 | Schallgrenzen | Blog: Musik & Kultur

  40. Darius

    Einzig einen Kritikpunkt der Verärgerten würde ich gelten lassen: Dass durch die – erwartbar von den Medien groß aufgegriffene – Begrifflichkeit des Plagiats der Eindruck entsteht, die PiratInnen hätten bei anderen Parteien oder bei Dritten abgeschrieben. Der Skandal ist aber ja doch im wesentlichen der, dass sie ohne Sinn und Verstand Passagen von einem Bundesland ins andere übernommen haben und das auf dem Parteitag alles durchgegangen ist, kurz, dass die These von der „Schwarmintelligenz“ da sauber versagt hat.
    Die Entschuldigung, man tanze eben auf so vielen Hochzeiten, die AktivistInnen kämen oft gar nicht aus Schleswig-Holstein, dass da schonmal etwas schiefgeht, finde ich auch schlimm. Nichts gegen gegenseitige Unterstützung der verschiedenen Landesverbände, aber ist das besonders demokratisch, überall Wahlantritte zu arrangieren, auch wenn die Antretenden das also anscheinend gar nicht halbwegs eigenständig hinkriegen (denn das war ja die Entschuldigung)?

    Reply
  41. TheK

    Leider kann ich einige Kritik (unabhängig davon, um welche Partei es jetzt geht) nicht nachvollziehen. Worin besteht der fade Beigeschmack, wenn die Linken in jedem Bundesland gültige Formulierungen aus anderen Ländern übernehmen? Oder worin, wenn man (wie die Piraten bei den Sicherheitsdiensten an Schulen) explizit etwas ablehnt, was zwar im eigenen Land noch kein Thema ist, durchaus aber „um die Ecke“ – zumal, wenn es so perfekt in die Kernthemen passt? Auch ein „Das Problem ist bei uns aber viel kleiner“ sehe ich nicht als einen Grund gegen einen entsprechenden Programmpunkt.

    Die falschen Begriffe sind Schludrigkeiten, wenn die Leute vom Fach nicht im richtigen Moment schreien – ärgerlich, aber kein Beinbruch. Wirklich ärgerlich finde ich es allerdings in der Tat, wenn Änderungen gefordert werden, die schon erfolgt sind – wobei einem der Generalstaatsanwalt da durchaus mal entgehen kann; die unterschiedlichen Regelungen zu Volksbegehren oder Studiengebühren (wobei das wohl Schludrigkeit ist) sollten dagegen so sehr auffallen, dass gleich der erste Redner auf dem Parteitag schreit…

    Reply
    1. NR

      Nein! Sowas darf einem nicht entgehen. Wenn ich zu einem Thema eine Forderung habe, muss ich mich mit dem Thema auskennen.
      Falsche Begrifflichkeiten sind ebenfalls hochgradig peinlich, weil sie Ahnungslosigkeit zeigen. Soll diese Ahnungslosigkeit etwa Inhalt des neuen Politikstils der Piraten werden?

      Reply
  42. Likedeel

    Ahoi und moin moin Swen,

    Die inhaltlichen Fehler sammeln wir jetzt einmal zusammen, dass die beim Übernehmen so deutlich und dumm ihren Weg gefunden haben ist für unser Redaktionsteam schlichtweg peinlich da gibt es nichts zu beschönigen. Insofern danke ich ernstgemeint herzlich für eine saubere Recherche deinerseits, wäre schön wenn wir genauso fleissig gewesen wären.

    Zwei Sachen möchte ich dazu allerdings noch richtig stellen:

    1. Viele der Anträge aus anderen landesverbänden wurde auf den jeweiligen Parteitagen vorgestellt mit den Eingangsworten: „Und hier eine gute Idee aus dem Landesverband xyz“. Hintergrund ist hier, dass viele der Anträge in Bundes-AGs erarbeitet wurden. So ist unser Generalsekretär bspw. sehr aktiv in der AG bauen und Verkehr, zum damahligen Zeitpunkt Anfang 2010 sind viele der Anträge zusammen mit den BaWü-Vertretern erarbeitet worden und haben 1:1 ihren Weg in beide programme gefunden. Hätte BaWü einen späteren Parteitag als wir gehabt, wäre es genau andersrum gewesen.

    2. Einen Parteitag zur Korrektur wird es asap geben, leider nicht mehr vor der Wahl, denn es müssen bei solch einer Versammlung Fristen zum Einladen der LV-Mitglieder eingehalten werden. Evtl. werden wir dies im Juni/Juli zusammen mit der Vorstandswahl abhandeln.

    Ich bitte allerdings alle „Kritiker“ hier mal auf dem Teppich zu bleiben, Swen hat eine saubere Arbeit geleistet, ich habe weder eine deutlich eingefärbte Intention rausgelesen, mit der abzusehen ist, dass hier inverstigativ gegen die PIRATEn gearbeitet wird, noch sehe ich grobe Fehler in seiner Arbeit.

    Den Bock haben wir selbst geschossen, dazu muss man auch mal stehen. Das Kopieren von Ideen aus anderen LV´s ist unter PIRATEn kein Problem, dicke inhaltliche Fehler, bzw. stümperhafte Redaktionsarbeit ist allerdings ein Fehler, den wir nicht wieder machen sollten.

    Lg
    Likedeel

    Pressesprecher
    Piratenpartei LV-Schleswig-Holstein

    Reply
    1. Henning

      Danke für deine ehrlichen und selbstkritischen Worte!

      Aber eine Frage stellt sich mir da jetzt doch: Ihr wollt nach der Wahl euer Wahlprogramm verändern? Verstehe ich das richtig?

      Reply
    2. Nicole Simon

      Mir ist es scheißegal ob ein Programm textlich aus den Programmen der anderen Verbände 1:1 abgeschrieben ist.

      Und ich finde es klasse wenn es eine Sammelecke gibt „hei, da ist ein guter Vorschlag, den wollen wir auch“.

      Wer aber auf der Ebene noch nicht kapiert hat, daß solange es intern nicht genügend Kompetenz gibt bzw man es crowdsourct um die Inhalte zu überprüfen man sie komplett rausläßt, hat ein Problem.

      Es zeigt nämlich den fehlenden Willen zum Lernen, des sich aneignens, des organisierens und informierens.

      Anders formuliert: „ich bin jung, unverbraucht und will die Welt verändern! Ich weiß noch nicht alles, aber ich will lernen“ ist idealistisch und charmant. „Wir stehen für das und jenes und haben die Meinung wie wir hier schreiben, deswegen wählt uns – ups das paßt ja gar nicht, daß meinten wir ja gar nicht, das machen wir ganz anders und übrigens haben wir ja schon vorher gesagt daß wir die Rahmenbedingungen auch nachher so komplett ändern können .- wie Beschwerde? Hättest ja mitmachen können!!“

      So läuft das nicht. Jedenfalls nicht für das Kreuz auf meinem Wahlzettel. Azubis schön und gut, aber wenn diejenigen sich erst mal 3 von 4 Jahren damit auseinandersetzen wollen die Basics zu lernen, dann sind sie dort in der Verantwortung selbst als Oposition fehl am Platz.

      Reply
  43. Nordpirat

    Obwohl ich diesen Blogbeitrag ja nie gelesen habe, erlaube ich mir hier zum zweiten Mal zu kommentieren.

    Diesmal nur um ganz schlicht anzumerken, dass, wer mit der schlimmen Plagiatskeule um sich drischt, auch wissen sollte was Plagiate überhaupt sind.

    Herr Wacker gehört zu diesen Menschen ganz offensichtlich nicht dazu – und das ist schade, weil er sich damit nämlich unglaubwürdig macht, und zwar zur Gänze.

    Was natürlich nichts an den tatsächlich von den Piraten SH begangenen wirklichen fehlern ändert.

    Reply
    1. Holger

      Ich würde mir an Deiner Stelle keine Kommentare mehr erlauben, bevor Du „verdammte Axt“ nicht den ganzen Artikel gelesen hast!
      Deine penetrante Ignoranz ist wirklich zum Schreien!

      Hier zwei Absätze (Numero 3 % 4 übrigens; also ganz am Anfang des Artikels!) aus Swens Artikel, die Deine erneut unhaltbare Hypothese widerlegen:

      „Was aber ist nun ein Plagiat in einem Wahlprogramm? Übernahmen aus eigenen Presseerklärungen, Landtagsreden, Anträgen, vergangenen Wahlprogrammen? Nicht unbedingt, denn das ist kein Plagiat, kein „Aneignen fremder geistiger Leistungen“. Man kann und muss die eigene landespolitische Position nicht ständig neu erfinden. Und sind Texte der Mutterpartei oder anderer Landesverbände fremde geistige Leistung? Ja – zumindest dann, wenn das Programm den Eindruck der regionalpolitischen Einzigartigkeit nur noch vorgaukelt. Oder wenn die Übernahme nicht transparent erfolgt.

      Dabei wäre es kleinkariert, schon die Übernahme einzelner „fremder“ Sätze oder „Sprenkel“ zu kritisieren. Was aber, seine Herkunft verheimlichend, darüber hinausgeht, ist ein Vertrauensbruch. Und ein Plagiat bleibt auch dann ein Plagiat, wenn zwar ein formaler Transfer stattfindet (streiche Bayern, setze Hamburg), der innerliche Transfer aber, die erkennbare Aneignung und Übertragung auf hiesige Problemstellungen, nicht erfolgt. Das ist auch deshalb verwerflich, weil keine Partei gezwungen wird, zu alles und jedem wenigstens x Worte zu schreiben.“

      Und wenn hier jemand unglaubwürdig ist, dann sicher nicht Swen Wacker!

      Meine Stimme bei der Wahl hast Du jedenfalls verspielt… :(

      Reply
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  46. Eike G.

    Ein Kommentar zitiert von der FAZ-Seite:

    „Eine genaue Aufschlüsselung der entdeckten Fehler gibt es hier: https://wiki.piratenpartei.de/SH:Landtagswahl_2012/Wahlprogramm/Bugfixes

    Es gibt 5 „echte“ Fehler, deren Korrektur bereits vorgeschlagen ist. Nur 2 davon sind inhaltlich bedeutend, nämlich die Sache mit dem Generalstaatsanwalt (gilt nicht für SH und entfällt) und eine falsche Überschrift, da es in dem Kapitel nicht um die Abschaffung, sondern um die Verhinderung von Studiengebühren geht. Der Rest sind Begriffsänderungen bzw. Präzisierungen, die den Inhalt nicht ändern.

    7 Kritikpunkte sind dagegen völlig unberechtigt, darunter auch Punkte, die im Artikel genannt werden.

    Die Piraten SH fordern nicht den Atomausstieg, sondern kritisieren die Landesregierung dafür, „Umweltpolitik einseitig mit der Wirtschaftsförderung oder der Förderung der Atomenergienutzung zu verbinden“. Das ist ein Unterschied und bezieht sich direkt auf den Koalitionsvertrag von Schwarz-Gelb, der die Übertragung von Reststrommengen fordert. “

    …bitte, bevor man hier nun die GANZ große Lobeshymne absondert, nochmal die „Gegendarstellung“ LESEN.

    Die grundsätzlich kritische, journalistische Auseinandersetzung von Herrn Wacker ist ja gar nicht verkehrt – dann bitte aber auch mit mehr Ehrgeiz und dem Anspruch, es RICHTIG zu machen.

    Reply
    1. Swen Wacker

      Die Piraten SH müssen nicht mit mir einer Meinung sein. Wenn sie ihr Programm auf Fehler durchgehen, dann werden sie sich auch sicher nicht auf die von mir aufgezählten beschränken.

      Reply
  47. q. a.

    Anz. d. Quellen
    SSW: 11
    DIE LINKE: 23
    SPD: 9
    B90/GRÜ: 9
    CDU: 15
    FDP: 21
    PIRATEN: 126

    Wer länger sucht, der findet mehr oder wie?

    Reply
  48. Christian D.

    Das Problem ist doch ein wesentlich grundsätzlicheres. Eine neue Partei hat naturgemäß noch keine breite Basisverankerung im ganzen Land. Tritt diese aber zu einer Landtagswahl an, muss sie sich den Ansprüchen an eine Landespartei stellen – und das heißt auch, ein Programm zu den vielfältigen Themen haben. Solch ein Programm aber kann nur mit einer breiten Basisverankerung seriös erarbeitet werden. Man braucht also den Mut, erstens kein fertiges Programm sondern eine klare Position/ein Grundthema/einen Grundansatz zu haben, von dem aus man den Themen begegnen wird (das sollte dann aber auch inhaltlich ausgereift geschehen); zweitens sich selbst Zeit für einen stabilen Aufbau der breiten Basisverankerung zu geben, und drittens den wirkenden Konformitätskräften seitens des politischen und medialen Apparates entgegen zu treten.

    Reply
    1. Swen Wacker

      Die Piraten unterscheiden sich von den Grünen der 1980-Jahre durch zwei Dinge.
      – Die Gründungsgrünen (in SH die GLSH) feierten ihre ersten Erfolge in der kommunalen Politik. Ihr Einzug in den Landtag dauerte. 1979, 1983, 1987, 1988 und auch noch 1992 verpassten sie den Einzug in den Kieler Landtag.
      – Ihre Kernkompetenzen Ökologie, Nachhaltigkeit eigneten sich hervorragend für kommunale Politik.

      Der Piraten kommen nicht graswurzelig von unten sondern mit einem Topdown-Thema (ohne es runterzubrechen) – und der Siegeszug soll trotz häufig fehlender Erfahrung in kommunalpolitischen Strukturen schnell verlaufen.

      Reply
  49. knallbonbon

    und jetzt bitte die parteinprogramme aller parteien die wenigige jahre nach ihrer jeweiligen gründung geschrieben wurden vergleichen.

    erst dann wird ein schuh daraus.

    die PP ist eine relativ neue partei die sich

    a) noch in der aufbauphase befindet

    und die

    b) mitten in der selbstfindung steckt

    von solch einer partei ein vollständig ausgeklügeltes programm zu erwarten grenzt ja schon fast an fortgeschrittener debilität.

    das wäre fast das gleiche als wenn man von einem lehrling im 6 monat verlangen würde das er die fertigkeiten eines meisters zu erbringen hätte welcher seinen beruf schon 20+ jahre ausübt.

    fakt ist das der PP ständig vorgworfen wird das sie ÜBERHAUPT kein programm hätten. das ist falsch, sie haben eines! auch wenn es noch nicht perfekt ist.

    weitaus fragwürdiger finde ich das es im besonderen eine partei gibt die ein ausformuliertes programm hat, dieses aber bisher fast in jedem punkt verraten hat. und das teil volk, das ihnen bis heute noch treuherzig glauben schenkt, gleich mit verraten hat!

    denn hier stellt sich für mich persönlich die frage, warum braucht man als partei überhaupt (oder unbedingt) ein programm angesichts dessen das man sich (im ernstfall) sowieso nicht daran hält. ganz im gegenteil, das man sogar ständig das diametral gänzlich entgegensetzte tut als das was man in den eigenen statuten drinstehen hat.

    das alleine ist fragwürdig, nicht aber ob welche bei sich selbst abschreiben.

    Reply
    1. Swen Wacker

      > und jetzt bitte die parteinprogramme aller parteien die wenigige jahre nach ihrer jeweiligen gründung geschrieben wurden vergleichen.

      http://books.google.de/books/about/Umdenken_umschwenken.html?id=vfQNHQAACAAJ&redir_esc=y

      Länge: 10 Seiten

      > von solch einer partei ein vollständig ausgeklügeltes programm zu erwarten grenzt ja schon fast an fortgeschrittener debilität.

      Ich nehme an, dass die Führungsgremien der Piratenpartei mit diesen, aus meiner Sicht allerdings eindeutig unverschämten, Vorwurf umgehen können. Ich bin der Meinung, dass der Wunsch einer Partei, ein Programm vorzulegen, dass sich „vollständig ausgeklügelt“ anhört, langsam wachsen sollte.

      Reply
    2. NR

      „das wäre fast das gleiche als wenn man von einem lehrling im 6 monat verlangen würde das er die fertigkeiten eines meisters zu erbringen hätte welcher seinen beruf schon 20+ jahre ausübt.“

      Ich habe die Erwartungshaltung, nicht von Lehrlingen vertreten zu werden.

      Ein Lehrling will nicht demnächst im Landtag sitzen, üppige Diäten beziehen und über die Verteilung von Milliarden mitentscheiden. Politik ist kein Spaß sondern eine gewaltige Verantwortung. Die Mitglieder in den Parlamenten sind „die da oben“, über die gerne geschimpft wird.

      Reply
  50. Pingback: Traumergebnis in S-H: 43% für Piratenpartei

  51. Peter von Rüsten

    Hr. Wacker ,

    haben sie eigentlich nichts besseres zu tun als sich um so
    etwas unwichtiges wie das überprüfen von Wahlprogrammen zu kümmern ?

    Der Inhalt der SH Piratenpartei deckt sich halt mit den Aussagen der Basis

    Was ja für eine Partei eigentlich normal sein sollte !

    Da wir Neu auf dem Markt sind , kannten ja viele Bürger unser Wahlprogramm ja noch nicht !

    Aber eigentlich müsste man sich ja bei Ihnen bedanken ?

    denn jetzt kennen mehr Wähler das Programm der Piratenpartei :-)
    Dank Ihnen hat der Inhalt des Wahlprogramms die Neugierde der Menschen geweckt !
    was bestimmt nicht von Nachteil ist !

    Denn die Nachfrage an den Infoständen ,ein Wahlprogramm haben zu wollen ,
    ist da stark angestiegen !

    Dafür Danke !

    Gruß Peter von Rüsten Pirat aus Frestedt !

    Reply
    1. Henning

      „haben sie eigentlich nichts besseres zu tun als sich um so
      etwas unwichtiges wie das überprüfen von Wahlprogrammen zu kümmern ?“

      Da nimmt ja jemand Wahlprogramme und damit Wahlversprechen sehr, sehr ernst.

      Reply
    2. Erik

      Hallo Peter… der Kommentar ging ja mal voll nach hinten los. Nochmal durchgelesen, vor dem Abschicken? Inhaltlich und grammatikalisch ähnlich dem Wahlprogramm: lücken- und mangelhaft!
      Ich bin eigentlich Piraten-Sympathisant, aber gerade Leute wie Sie lassen mich dann doch wieder zurückschrecken…

      Reply
  52. Rainer Beuthel

    Bei der Copy&Paste Partei „Piraten“ hätte ja sogar uns Gutti eine politische Zukunft! Cool.

    Reply
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