Tag Archives: Bildung

Vertretungs-​​Feuerwehr — echte Nothilfe oder Symbolpolitik?

Unterrichtsausfall und befris­tete Angestelltenverträge für Lehrer waren zwei der viel­dis­ku­tier­ten Themen der letz­ten Wochen im Bildungsbereich. Nun scheint sich etwas zur Besserung der Lage zu bewe­gen, denn Bildungsminsterin Wende kün­digte ver­gan­gene Woche an, dass mit­hilfe von neun Millionen Euro aus Zensusmitteln und einem ent­spre­chen­den Maßnahmenpaket die Schulen im Land dazu befä­higt wer­den sol­len, dass sich die Unterrichtsversorgung vor Ort ver­bes­sert. Das besagte Maßnahmenpaket besteht aus fünf Bereichen. 1. Zusätzliche Stellen Mit Hilfe der finan­zi­el­len Ressourcen, die sich durch die Zensusmittel erge­ben, sol­len inner­halb der kom­men­den zwei Jahre 75 zusätz­li­chen Lehrerstellen geschaf­fen wer­den. Hiermit will man vor allem eine Abdeckung der Mangelfächer gewähr­leis­ten sowie eine Abwanderung von gut aus­ge­bil­de­ten Fachleuten in Mangelfächern ver­hin­dern, die sich in andere Bundesländern ori­en­tie­ren, da sie in Schleswig-​​​​Holstein keine feste Anstellung finden.

Der Landesschulelternbeirat hinterfragt die Bankrotterklärung für Bildung in SH

 Die Eltern, die im Landesschulelternbeirat aktiv sind, ver­tre­ten die Eltern der knapp 390.000 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen im Land Schleswig-​​​​Holstein und haben am Anfang der Woche in einer Pressemitteilung einen Brief an den Ministerpräsidenten Albig, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Eka von Kalben, den Vorsitzenden der SPD-​​​​Landtagsfraktion, Ralf Stegner sowie Lars Harms vom SSW ver­öf­fent­licht, in dem es um die Mangelwirtschaft in der Bildung in unse­rem Bundesland geht. Dieser Brief war bereits sechs Wochen vor­her direkt an die Adressaten sowie Bildungsministerin Wende und Finanzministerin Heinhold gegan­gen, doch wie die Landeselternvertreter for­mu­lie­ren, erhiel­ten sie dar­auf bis­her keine kon­struk­ti­ven  Reaktionen, was sie dazu bewog, die­sen nun öffent­lich zu machen. In die­sem Brief wer­den die Kürzungen ange­spro­chen, zu denen sich Schulen im Land gezwun­gen sehen, da sie mit den ihnen zuge­stan­de­nen Ressourcen nicht in der Lage sind, die Unterrichtsversorgung zu gewähr­leis­ten, die die Kontingentstundentafel vor­sieht. Ebenfalls wer­den die Stundenausfälle ange­pran­gert, die durch Krankheitsausfälle von Lehrkräften ent­ste­hen, die nicht ver­tre­ten wer­den kön­nen, da der Vertretungsfond für die­ses Kalenderjahr bereits auf­ge­braucht ist.

Reaktionen auf den Beitrag zu Kurzzeitverträgen und Lohndumpig an Schleswig-​​Holsteins Schulen

  Der Beitrag im NDR Schleswig Holstein Magazin über die Missstände in Bezug auf Zeitverträge und Lohndumping an Schleswig-​​​​Holsteins Schulen, von dem das Landesblog am Tag der Ausstrahlung berich­tete, hat offen­sicht­lich nicht nur in den Lehrerzimmern des Landes für viele Diskussionen gesorgt, son­dern auch bei den Parteien, die an den dar­auf fol­gen­den Tagen mit ent­spre­chen­den Pressemitteilungen rea­gier­ten. So weist die bil­dungs­po­li­ti­sche Sprecherin der CDU-​​​​Fraktion im Schleswig-​​​​Holsteinischen Landtag, Heike Franzen, dar­auf hin, dass die Ministerin Waltraud „Wara” Wende „seit Monaten einen Bericht zu befris­tet arbei­ten­den Lehrkräften vor[bereite]. Wie kann sie in die­ser Situation behaup­ten, von der Situation keine Ahnung zu haben? Irgendjemand im Bildungsministerium muss die geschil­der­ten Verfahren schließ­lich ein­ge­führt haben“. Außerdem habe sie „bereits im Mai ange­kün­digt …, zumin­dest auf kurz­fris­tige Zeitverträge zu ver­zich­ten. Tatsache ist wei­ter, dass sie bis­lang auch auf Nachfrage dazu nichts vor­ge­legt hat.” Des Weiteren weist sie dar­auf hin, „dass wäh­rend der Amtszeit von Bildungsministerin Professor Wende die Zahl der befris­te­ten Verträge um 20 Prozent gestie­gen sei.” Diese Aussagen geben den Kollegen an der Basis natür­lich zu den­ken, denn im Fernsehbeitrag wirkte die Ministerin eher über­rascht von den Rahmenbedingungen, die an Schulen im Land herrschen.

Heimat und Welt passen zusammen —  Ja, und?

Bildungsministerin Wara Wende streicht das Heimat aus dem „Heimat– und Sachkundeunterricht“ (HSU), hieß es letzte Woche und schon wer­den die reak­tio­nä­ren Kräfte des Bildungspolitik aktiv. Was für ein Skandal, eine Ministerin ändert per Erlass den Namen eines Schulfachs, das an den schleswig-​​​​holsteinischen Grundschulen unter­rich­tet wird.

Unterrichtsausfall und nichts passiert

Unterrichtsausfall ist an vie­len Schulen in Schleswig-​​​​Holstein ein wich­ti­ges Thema und auch der Bildungsausschuss hat sich in sei­ner letz­ten Sitzung der Problematik ange­nom­men. Die Unterrichtsausfälle an Schulen wer­den über ein Informations– und Steuerungssystem namens ODIS  erfasst, wel­ches jedoch das Problem an sich nicht löst und die Bedarfe nur in begrenz­tem Maße abbil­det. So kann damit bei­spiels­weise nicht erfasst wer­den, in wel­chen Klassenstufen und Fächern Unterricht aus­fällt, was durch­aus inter­es­sant ist, wenn es sich um prü­fungs­re­le­vante Fächer in Abschlussklassen han­delt und nicht um den Textilunterricht in der Mittelstufe. Dazu ist eine Anpassung von ODIS erfor­der­lich und ebenso der an den Schulen ver­wen­de­ten Softwarelösungen, die zur Verwaltung von Schülern, Lehrern, Lehrerstunden, Stunden– und Vertretungsplänen und ähn­li­chem genutzt wer­den. Dafür gibt es in Schleswig-​​​​Holstein keine ein­heit­li­che Lösung, son­dern Schulen grei­fen auf ganz unter­schied­li­che Programme zurück, die mehr oder weni­ger gut mit­ein­an­der und ODIS harmonieren.

Schule neu denken

„Stell dir vor es ist Schule und alle gehen gerne hin!?“ — mit die­sem und ähn­li­chen Sätzen beschreibt Margret Rasfeld, Schulleiterin der Evangelischen Schule Berlin, ihre Schule. Sie war am ver­gan­ge­nen Donnerstag, zusam­men mit zwei Schülerinnen ihrer Schule, zu einem wei­te­ren bil­dungs­po­li­ti­schen Gespräch der „Plietsch“-Reihe unter Federführung der Grünen im Landeshaus ein­ge­la­den und über­zeugte mit ihren Über­le­gun­gen zur Zukunft von Schulen.

Ist Durchlässigkeit im Schulsystem ein Garant für gelingendes Lernen?

Die Veröffentlichung der aktu­el­len Studie der Bertelsmann-​​​​Stiftung über die Durchlässigkeit der Schulsysteme in Deutschland hat zwi­schen den Parteien für Diskussionen gesorgt. Die Studie hat unter­sucht, wie viele Schülerinnen und Schüler in den ein­zel­nen Bundesländern zwi­schen der fünf­ten und zehn­ten Klasse die Schulform wech­seln und wie viele davon auf– und abstei­gen. Grundsätzlich steht Schleswig-​​​​Holstein da mit 2,1 Prozent Schulformwechslern auf dem vier­ten Platz und gehört damit zu dem Bundesländern, in denen rela­tiv gese­hen eher wenige Schüler die Schulform wech­seln. Die Bundesländer in denen sehr häu­fig gewech­selt wird, sind Bayern (4,3 Prozent), Berlin (4,9 Prozent) und Bremen (6,1 Prozent). 

Vom Rand der Welt — Eine Polemik zur Sendung über Perspektiven für Schleswig-​​Holsteins Kultur

Anderthalb Stunden dau­erte die Talkrunde über Kultur in Flensburg. Sie wurde ver­an­stal­tet vom sh:z, der Phänomenta und dem Kulturbüro Flensburg sowie der Sparkassenstiftung und Sat.1 Regional.  Eingeladen waren zwei Politiker: die Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, Anke Spoorendonk, und der Oberbürgermeister der Stadt Flensburg, Simon Faber – beide gehö­ren dem SSW an. Die Interessen der Kulturschaffenden ver­tra­ten der Generalintendant des Landestheaters, Peter Grisebach, und die Theaterleiterin des Lübecker Combinale, Sigrid Dettlof. Für die Wirtschaft sprach der Hamburger Verleger und Vorsitzende des Stiftungsrates SHMF, Dr. Sven Murmann.

20:12 11. April 2012

♦ Ob die SPD-​​​​Bildungspolitik dran Schuld ist, wenn die CDU nicht bis 100 zäh­len kann? ♦ Die berei­nig­ten Einnahmen sind gestie­gen, die berei­nig­ten Ausgaben sind gesun­ken. Das struk­tu­rel­ler Finanzierungssaldo ist um 355 Mio Euro gesun­ken, liegt aber immer noch bei 963 Mio. Euro. Die Steuereinnahmen 2011 (6.517 Mio Euro) haben die Prognose (6.087 Mio Euro) um 430 Mio Euro über­trof­fen. Der Konsolidierungsbericht der Landesregierung beinhal­tet schöne Zahlen. ♦ Der Justizminister kri­ti­siert über­ra­schend deut­lich Berichte in den heu­ti­gen KN und LN   20:12 sam­melt den Tag über all das ein, was im E-​​​​Mail-​​​​Postfach, RSS-​​​​Feed oder irgendwo im Web kurz auf­blitzte, eigent­lich erwäh­nens­wert erschien – aber dann doch lie­gen­blieb, weil es zum Artikel inhalt­lich oder zeit­lich nicht langte, weil nur ein (ver­meint­li­cher) Nebenaspekt inter­es­sant erschien, weil … und ver­öf­fent­licht es um 20:12 Uhr.