Durch die Woche mit dem Landesblog 17

Von | 25. April 2011

Der wöchent­li­che Blick in den Kalender des Landesblog.

Die Osterferien haben Schleswig-Holsteins Politikszene fest im Griff. Termine gibt es nur in homöo­pa­thi­schen Dosen.

Der Landtag, die Landtagsfraktionen und die Landesverbände der Parteien haben durch die Bank nichts an Terminen zu bie­ten.

Aus dem Kabinett hat nur Innenminister Klaus Schlie öffent­lich­keits­wirk­sa­me Termine gemel­det. Er wird am Mittwoch in Glückstadt ein Grußwort anläss­lich der Einweihung der umge­stal­te­ten Promenade um den Binnenhafen hal­ten. (Ich wer­de hier man­gels eige­ner Kompetenz nicht den Sprachpapst her­aus­keh­ren — aber wenn ich schon mal eine sprach­ge­schmack­li­che Meinung habe, dann will ich die gern mal los­wer­den: „Einweihung“ ist ein Wort, das außer­halb der Kirche nichts ver­lo­ren hat. Es gibt so vie­le Verben, die man so pri­ma sub­stan­ti­vie­ren kann — ich wer­fe mal begrün­den, der Öffentlichkeit über­ge­ben, ein­rich­ten, ent­hül­len, eröff­nen, eta­blie­ren, in Betrieb neh­men oder set­zen, ins Leben rufen, sei­ner Bestimmung über­ge­ben, zugäng­lich machen und ganz zur Not mei­net­hal­ben auch noch aus der Taufe heben auf den Markt -, dass selbst in der nach­ös­ter­li­chen Woche kein Bedarf an Einweihungen besteht. Den Rest des Jahres eh nicht. Bitte.)

Kantinen sind nicht nur zum Essen, dabei reden und gese­hen wer­den da, son­dern auch zum anschau­en. Wer gern „Fotos aus dem Naturpark Hüttener Berge“ anschaut, kann ab Donnerstag in die Behördenkantine des Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und länd­li­che Räume gehen. Staatssekretär Ernst-Wilhelm Rabius eröff­net nach­mit­tags (also nach dem Essen) die Ausstellung,

Freitag kann man Minister Schlie dann in Ahrensbök tref­fen, wo er an den Feiern zum 150-jäh­ri­gen Bestehens des MTV Ahrensbök teil­nimmt.
Die Kulturbeauftragte Caroline Schwarz zieht es abends in die Niederdeutsche Bühne Kiel, die ihr 90-jäh­ri­ges Bestehen fei­ert.

Der Samstag beschert uns den Kieler Innenminister im Doppelpack. Vormittags redet er in Groß Grönau an der Landesfeuerwehrversammlung 2011, nach­mit­tags hält er ein Grußwort auf der der Tischtennis-Gala „Sportler für Organspende“ in Mölln.

In der DDR war der 1. Mai „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“, in Nordrhein-Westfalen heißt erTag des Bekenntnisses zu Freiheit und Frieden, sozia­ler Gerechtigkeit, Völkerversöhnung und Menschenwürde“, in Schleswig-Holstein schlicht 1. Mai. Der DGB nennt ihn am heu­ti­gen SonntagTag der Arbeit“ und begeht ihn in Schleswig-Holstein in die­sem Jahr in Eckernförde, Flensburg, Heide, Heikendorf, Husum, Itzehoe, Kappeln, Kiel, Lägersdorf, Lübeck, Neumünster, Rendsburg und Schönberg. Vertreter der Regierung reden in Schleswig-Holstein nir­gend­wo. Von der Parteien ist Ralf Stegner in sei­ner Eigenschaft als Landesvorsitzender der SPD in Neumünster auf dem Podium.

Von:

Swen Wacker, 49, im Herzen Kieler, wohnt in Lüneburg, arbeitet in Hamburg.

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