Mikrokredite sollen Kreativwirtschaft stärken

Von | 30. Juni 2011

Nur kurz, nach­dem die Investitionsbank Schleswig-Holstein im Rahmen des Kongresses „Kreativ zwi­schen den Meeren“ die Auflage von Mikrokrediten ankün­dig­te, konn­te Tamara Zieschang, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium nun die Freigabe des Programms bekannt geben. 

Ab sofort kön­nen Einzelunternehmer mit einem Investitionsbedarf zwi­schen 3.000 und 15.000 Euro ent­spre­chen­de Kleinkredite zu einem Zinssatz von zur­zeit 6,5 Prozent nomi­nal bei der Investitionsbank bean­tra­gen. Außer zur Unternehmensgründung kön­nen die Mittel zum Erwerb eines bestehen­den Betriebes ein­ge­setzt wer­den oder zum Unternehmensaufbau inner­halb der ers­ten drei Jahre nach Gründung. In jedem Fall erfolgt die Antragstellung bei einer regio­na­len Anlaufstelle. Dies sind die ört­li­chen Kammern und Wirtschaftsförderungsgesellschaften (Liste).

Lücke geschlos­sen

Wie Zieschang mit­teil­te, schlie­ße das neue Programm eine Lücke im Bereich der Finanzierungshilfen für Unternehmensgründer. Gerade klei­ne Gründer ver­füg­ten oft über ein trag­fä­hi­ges Unternehmenskonzept, stün­den jedoch vor beson­de­ren Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Fremdkapital. Hier sei mit den soge­nann­ten Mikrokrediten nun lan­des­weit ein nie­der­schwel­li­ges Angebot mit ihm ange­mes­se­nen Antragsbedingungen geschaf­fen wor­den.

Nach Angaben der Investitionsbank beträgt die Laufzeit der Mikrokredite fünf Jahre, wobei sechs Monate til­gungs­frei sind. Ausgezahlt wer­den 100 Prozent der Kreditsumme. Die Rückzahlung erfolgt in monat­lich gleich­blei­ben­den Raten. Der bei Aufnahme des Darlehens gül­ti­ge Zinssatz bleibt über die gesam­te Laufzeit sta­bil. Eine vor­zei­ti­ge Rückzahlung ist ohne Kosten jeder­zeit mög­lich. Binnen der  vor­ge­schrie­be­nen Fristen kann ein zwei­ter Mikrokredit auf­ge­nom­men wer­den, soweit dadurch der Maximalbetrag von 15.000 Euro nicht über­schrit­ten wird.

Nachhaltige Stärkung der Kreativwirtschaft gewollt

Auf Anfrage des Landesblogs erklär­te Harald Haase, Pressesprecher im Wirtschaftsministerium, dass die Mikrokredite Teil der Ministeriumsstrategie zur Unterstützung der Kreativwirtschaft im Land sei­en. Das Ministerium sei sich der gro­ßen Bedeutung die­ses Sektors bewusst und sei ent­schlos­sen, ihn auch zukünf­tig mit ver­schie­de­nen Maßnahmen zu unter­stüt­zen. Neben einer inten­si­ve­ren Unterstützung von Existenzgründern erstreck­ten sich die Überlegungen zur­zeit haupt­säch­lich auf öffent­lich­keits­wirk­sa­me Aktivitäten, um der Kreativwirtschaft die „ihr gebüh­ren­de Aufmerksamkeit“ zu ver­schaf­fen. Dem Vernehmen nach ist außer­dem an Gemeinschaftsveranstaltungen mit den Nachbarländern sowie an Fortbildungsangebote gedacht.

Dieter Hoogestraat
Von:

Dieter Hoogestraat ist freier Journalist mit einem besonderen Interesse an regionalem und lokalem Kulturleben sowie am netzbasierten Arbeiten.

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