Und wen wählst du bei der Landtagswahl?

Von | 29. März 2012

Wen wählst du bei der nächs­ten Landtagswahl? Keine Ahnung? Der Wahl-O-Mat hilft bei der Entscheidung.

Dass man bei den anste­hen­den Landtagswahlen wie­der ein­mal die Auswahl zwi­schen ver­schie­dens­ten Parteien, Standpunkten und Meinungen hat, ist den meis­ten Schleswig-Holsteinern klar. Dass die Grünen irgend­was mit Umwelt machen und die Piraten irgend­was mit Internet, wis­sen auch recht vie­le. Da aber kaum jemand von sich sel­ber behaup­ten wür­de, die ver­schie­de­nen Wahlprogramme gut genug zu ken­nen um eine qua­li­fi­zier­te Entscheidung zu tref­fen, kann der heu­te (29.03.12) online gegan­ge­ne Wahl-O-Mat eine gro­ße Hilfe sein.

Screenshot der Wahlomat-Homepage(sm)

Screenshot der Wahlomat-Homepage ℠

Eigentlich von Jugendlichen für Jugendliche ent­wi­ckelt, ist das schon seit Jahren bei jeder grö­ße­ren Wahl nutz­ba­re Werkzeug näm­lich auch bei Erwachsenen sehr beliebt.
In Zusammenarbeit des Landesjugendringes, der Landes- und Bundeszentralen für poli­ti­sche Bildung, der zuge­las­se­nen Parteien und der Universität Düsseldorf wur­den für den Wahl-O-Mat 38 Thesen ent­wi­ckelt, an denen man die eige­ne poli­ti­sche Präferenz in unge­fähr 10 Minuten aus­lo­ten kann.

Das kann dann bei 11 zur Wahl zuge­las­se­nen Parteien auch mal zu Überraschungen füh­ren. Der grü­ne Landtagsabgeordnete Andreas Tietze erfuhr beim Testlauf des Wahl-O-Maten bei­spiels­wei­se, dass er der SPD näher steht als sei­ner eige­nen Partei. Andere Tester wie Landtagspräsident Geerdts (CDU) oder Christopher Vogt (FDP) hat­ten die größ­ten Übereinstimmungen mit ihrer eige­nen Partei, aber auch eine über­ra­schen­de Nähe zu der klei­nen „Maritimen Union Deutschland”.

Wer noch unschlüs­sig ist und sich einen schnel­len Überblick über die schles­wig-hol­stei­ni­sche Parteienlandschaft ver­schaf­fen möch­te, kann dies seit heu­te um 11 Uhr und bis zum Wahltag HIER tun. Und soll­te dann natür­lich auch am 6.Mai Gebrauch von sei­ner Stimme machen.

Von:

Ende 20, Politikwissenschaftler, Archäologe, Redakteur, Fotograf und Social Media Manager. Wohnt in Kiel, lebt im Internet, kommt aus Flensburg. Gehört keiner Partei an. Mag neben Politik und Medien alles was blinkt oder salzig schmeckt.

13 Gedanken zu “Und wen wählst du bei der Landtagswahl?”:

  1. Thilo P

    Ich fin­de denWahlomat höchst­pro­ble­ma­tisch. Kernfehler ist, dass nahe­ge­legt wird, dass Parteien so stim­men wie ihr Parteiprogramm. Und auch das die eige­ne Stimme die Meinungen, die man ver­tritt reprä­sen­tie­ren könn­te. Die Positionen der Parteien sind egal — wich­tig ist, wie sie agie­ren. Was ist mit einer gro­ßen Koalition? Wenn jemand z.B. der SPD sehr nahe ist und der CDU sehr fern, dann sollt er was nicht tun? Auf gar kei­nen Fall SPD wäh­len, denn bei einer Koalition wür­den sich die Positionen ver­mi­schen. Er müss­te dann wohl eher GRÜN wäh­len, um mehr SPD zu bekom­men. Es kann aber auch sein, dass man Linkspartei wöh­len soll­te, weil dann die SPD zur Koalition mit den GRÜNEN gezwun­gen wäre. Letztlich ist es total egal was man wählt.Am Ende bestimmt eine Minderheit, wel­che Hanseln uns im Landtag reprä­sen­tie­ren. und erfah­rungs­ge­mäß machen die eh alle das glei­che. Also am bes­ten gleich zuhau­se blei­ben!

    Reply
        1. Oliver Fink

          Sag Du’s mir. ich ent­neh­me aus den fol­gen­den Sätzen, dass Du mit der aktu­el­len Politik nicht zufrie­den bist:

          »Letztlich ist es total egal was man wählt.Am Ende bestimmt eine Minderheit, wel­che Hanseln uns im Landtag reprä­sen­tie­ren. und erfah­rungs­ge­mäß machen die eh alle das glei­che.«

          Und dann machst Du einen Vorschlag, wie alles dabei bleibt:

          »Also am bes­ten gleich zuhau­se blei­ben!«

          Das hat mich zu der Frage gebracht, wie Du damit was genau ändern möch­test. Aus Deine Rückfrage ent­neh­me ich, dass Du tat­säch­lich aber mit der Politik zufrie­den bist, egal, wer dafür die Verantwortung trägt. Das ist okay. Ich mag es, wenn die Menschen zufrie­den sind. Deshalb zie­he ich mei­ne Frage zurück.

          Reply
          1. Thilo P

            Ich bin der Meinung, dass man sich poli­tisch enga­gie­ren soll­te, anstatt wäh­len zu gehen. Weil man mit einer Wahl am Ende das legi­ti­miert, was man nicht will. War ich bei der letz­ten Wahl froh, als ich im Fernsehen erfuhr, dass die Wähler die FDP an die Regierung woll­ten. Hätte ich gewählt — und zwar irgend­was ande­res, wäre ich so unfrei­wil­lig zum FDP-Wähler gewor­den. Ich gebe mei­ne Stimme nicht irgend­wel­chen Idioten, nur um das Übelste zu ver­hin­dern. Das System ist bro­ken by design, da hilft auch kei­ne Wahl mehr.

          2. Oliver Fink

            Wozu soll­te man sich poli­tisch enga­gie­ren, wenn schluss­end­lich kei­ner wäh­len geht, man also kein Mandat für sei­ne Ideen erhal­ten kann?
            Welche Alternativen siehst Du? Revolution? Resignation? Auswandern?
            Wo genau hat­te Churchill Unrecht?

          3. Thilo P

            Wir brau­chen kei­ne Politiker. 99% von Politik wird eh außer­halb von Parlamenten gemacht. Parlamente schwin­gen sich nur dazu auf uns dik­tie­ren zu wol­len, wo es hin­geht. Überflüssig. An den PolitikerInnen wür­de ich als ers­te kür­zen. Mit Demokratie hat das ganz doch nichts mehr zutun. Ich kann mich an kei­ne Wahl erin­nern, bei der mei­ne Stimme etwas geän­dert hät­te. Mein Lieblingsbeispiel ist ja 1998: GRÜNE und SPD sind für Tempolimit 100 auf Autobahnen — und nichts der­glei­chen pas­siert. Hätte man genau so gut auch CDU wäh­len kön­nen.

          4. Oliver Fink

            Da Kreis — und Gemeindetage mei­ner Kenntnis nach (und Wikipedia bestä­tigt mich in mei­ner Auffassung) kei­ne Parlamente sind, wird ein Großteil der Politik in der Tat außer­halb von Parlamenten betrie­ben. Die Rahmenbedingungen dafür wer­den aller­dings in den Parlamenten fest­ge­legt.

            Generelle Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Landes- oder Bundesebene, Landes- und Bundessteuern, Gesundheits- und Sozialgesetzgebung, Arbeitsrecht und vie­les mehr wird aller­dings in Parlamenten bera­ten und fest­ge­setzt.

            Ich habe noch nicht ver­stan­den, was Deine Idee ist, das alles ver­läss­lich und rechts­staat­lich anders zu regeln. Dafür mag es ande­re Konzepte geben. Deshalb auch mei­ne Frage, wo genau denn Churchill Unrecht hat­te. Es wird einen Grund haben, dass Du auch die nicht beant­wor­tet hast.

          5. Thilo P

            Welche Aussagen von Churchill meinst du denn? „Ich glau­be nu der Statistik, die ich sel­ber gefälscht habe?” Wer zur Wahl auf­ruft, der­je­ni­ge soll­te doch ein­fach dar­le­gen kön­nen, das eine Stimme einen Unterschied macht — und das mei­ne Stimme nicht das Gegenteil von dem bewirkt, was ich bezwe­cke. Zudem ist bekannt, dass letzt­lich Regierungsparteien immer nur von einem Bruchteil der Wahlberechtigten gewählt wer­den. Ein rein rech­ne­ri­sche Legitimation, nicht aber legi­ti­miert durch eine ech­te Mehrheit der Bevölkerung.

          6. Oliver Fink

            »No one pre­ten­ds that demo­cra­cy is per­fect or all-wise. Indeed, it has been said that demo­cra­cy is the worst form of government except all tho­se other forms that have been tried from time to time.« (http://de.wikiquote.org/wiki/Winston_Churchill)

            Die Frage, was Du Dir alter­na­tiv vor­stellst, ist auch noch offen. Bisher hast Du nur gesagt, was Du nicht willst. So, wie Du wis­sen willst, dass Deine Stimme den Unterschied macht, so will ich wis­sen, was die Alternative sein soll, wenn ich dem gegen­wär­ti­gen System abschwö­ren soll­te.

          7. Thilo P

            Dann hast Du mein Argument, dass die Repräsent. Demokratie ‚bro­ken by design’ ist also akzep­tiert? Gern gesche­hen. Hier ist nicht der Platz Alternativen auf­zu­ma­len, aber es gibt deren vie­le.

  2. Miguel B

    Ich fin­de denn Wahl-o-mat ne net­te Idee!
    Aber mei­ner Meinung nach ist es zu offen­sicht­lich hin­ter wel­cher Frage sich wel­che Partei „ver­steckt”. Aber klar, wenn man sich damit nicht befasst, ist es natür­lich super.

    Reply

Schreibe einen Kommentar zu Miguel B Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.