Setzen 6? Letzter Platz beim Bildungsmonitoring 2012

Von | 16. August 2012
Gerd Altmann / pixelio.de

Gerd Altmann / pixelio.de

„Ich vin­de auch, das es wich­tie­ge­re Temen als Billdung giebt!“ — wenn man sich das Ranking des Bildungsmonitors 2012 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) anschaut, könn­te man den Eindruck gewin­nen, die­ses Zitat stam­me von jeman­dem, der in Sachen Bildung hier im Bundesland etwas zu sagen hat. Diese bun­des­wei­te Studie hat näm­lich in die­sem Jahr erge­ben, dass Berlin sich vom letz­ten Platz der Tabelle auf Rang 15 gekämpft hat und Schleswig-Holstein nun das Schlusslicht in Sachen Bildung ist.

Das INSM ver­gleicht jähr­lich die Bildungssysteme aller Bundesländer anhand von 110 Indikatoren aus 13 Handlungsfeldern. Diese sind: Ausgabenpriorisierung, Inputeffizienz, Betreuungsbedingungen, Förderinfrastruktur, Internationalisierung, Zeiteffizienz, Bildungsarmut, Integration, Berufliche Bildung/​ Arbeitsmarktorientierung, Akademisierung, MINT_​Förderung und Forschungsorientierung. Daraus erge­ben sich Rankingtabellen der Gesamtwertung und der 13 Einzelkategorien. Ausführlicher wer­den die Rahmenbedingungen der Studie auf der Webseite des INSM beschrie­ben. Die Bildungssysteme der Länder wer­den dabei vom Beginn der früh­kind­li­chen Förderung in Kitas bis zur Entwicklung an den Universitäten und dem Ausbildungsmarkt unter die Lupe genom­men. Das Bündnis INSM finan­ziert sich aus den Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektro-Industrie und gilt des­halb als Auftraggeber einer sol­chen Studie nicht als unum­strit­ten.

Doch nun zu den Ergebnissen des Bildungsmonitorings: Die Gewinner in der deut­schen Bildungslandschaft sind am Kopf der Tabelle Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg. Die Schlusslichter bil­den Saarland, Berlin und Schleswig-Holstein. Vor allem die bei­den Stadtstaaten Hamburg und Bremen machen mit deut­li­chen Steigerungen – Hamburg von Platz 14 auf 8 und Bremen hat sich als ehe­ma­li­ges Mitglied des unte­ren Tabellenviertels auf Platz 5 gekämpft. Gründe für die deut­li­chen Steigerungen sind enor­me Verbesserung in der beruf­li­chen Bildung, Akademisierung und Inputeffizienz sowie der Ausbau der natur­wis­sen­schaft­lich-tech­ni­sche Bildung (MINT) und Forschung. Den bei­den Top-Bundesländer Sachsen und Thüringen wer­den ihre posi­ti­ven Rankingwerte vor allem einer guten indi­vi­du­el­len Förderung und ihren Bemühungen für mehr Chancengleichheit, auch für Kinder und Jugendliche aus bil­dungs­fer­ne­ren Bevölkerungsgruppen, zuge­schrie­ben. Es stellt sich an die­ser Stelle die Frage, ob die Tatsache, dass Thüringen bun­des­weit die höchs­ten pro Kopfausgaben für Bildung hat, einen Effekt auf die guten Ergebnisse hat. Alle Ergebnisse in Ausführlichkeit kön­nen auf der Bildungsmonitor-Webseite durch­stö­bert wer­den. Es lohnt sich vor allem der Blick in die detail­lier­ten Unterbereiche der 13 Handlungsfelder.

Was ist nun faul im Lande Schleswig-Holstein, dass es nur für den letz­ten Platz gereicht hat? Der Trostpreis in die­sem Falle ist die Mitteilung, dass sich alle Schulen seit dem soge­nann­ten PISA-Schock ver­bes­sert haben und es auch in Schleswig-Holstein Zuwächse in den Bereichen Förderinfrastruktur, Bekämpfung der Bildungsarmut und beruf­li­che Bildung gab. Es stellt sich jedoch die Frage, war­um es uns mit dem Bildungssystem in unse­rem Bundesland nicht gelingt, mit ande­ren inno­va­tiv mit­zu­hal­ten?

Als die gro­ßen Baustellen im Bildungssystem wer­den die Akademisierung, Internationalisierung, beruf­li­chen Bildung und natur­wis­sen­schaft­lich-tech­ni­scher Bildung (MINT) benannt. Besonders schwer haben es bei uns immer noch die Kinder und Jugendlichen aus sozi­al benach­tei­lig­ten Familien. Dazu gehö­ren neben Migranten auch Kindern von Alleinerziehenden und Kinder aus Familien mit gerin­gen Einkommen. Zwar ist der Anteil der­je­ni­gen gestie­gen, die Nutznießer einer früh­kind­li­chen Förderung wur­den oder in Ganztagsschulen gehen, aber ver­gleichs­wei­se hinkt Schleswig-Holstein in dem Bereich den ande­ren hin­ter­her. Wenn es am Anfang schon hapert, wird es spä­ter nicht bes­ser, denn lei­der liegt der Grad der Akademisierung in Schleswig-Holstein bei 3,3 Prozent und damit unter dem Bundesdurchschnitt von 4,5 Prozent.

An die­ser Stelle eine Ursachenforschung zu betrei­ben, kann schnell dazu füh­ren, dass die Ideologiekeule zum Einsatz kommt, was für ein so wich­ti­ges Thema wie Bildung bei einem so schlech­ten Abschneiden in einer bun­des­wei­ten Studie sicher der fal­sche Ansatz ist. Fakt ist, dass Schleswig-Holstein im Bildungsmonitor 2004 auf Platz 8 lag und seit­dem einen stei­len Abwärtskurs genom­men hat. Ein Ansatz von Seiten der bil­dungs­po­li­ti­schen Sprecher der Fraktionen könn­te sein, ver­mehrt sach­li­che Diskussionen zu füh­ren, die ziel­füh­rend sind und sich nicht im Zuschieben des bil­dungs­po­li­ti­schen schwar­zen Peter zu ver­zet­teln. Es ist nicht hilf­reich für Schüler, Eltern und Lehrer, wenn dar­über gestrit­ten wird, ob die Regierungskoalition jetzt die Gemeinschaftsschulen mehr bevor­zugt, als es die jet­zi­gen Oppositionsparteien in ihrer Legislaturperiode mit den Gymnasien gemacht haben sol­len. Liest man die Pressemitteilungen der Parteien seit dem Beginn des neu­en Schuljahres, gewinnt man den Eindruck, dass es eher dar­um geht, die Schwächen des ande­ren auf­zu­zei­gen und den Finger in die Wunde zu legen, wenn Entwicklungen nicht schnell genug gehen oder Konzepte noch nicht aus­ge­reift genug sind.

Die Frage ist, ob sich unser Bundesland eine sol­che Herangehensweise an die Bildungspolitik noch lan­ge leis­ten kann — ange­sichts eines immer wei­ter stei­gen­den Fachkräftebedarfs und andau­ern­der Unsicherheiten bei Schülern und Eltern, wel­cher Bildungsweg nun der rich­ti­ge ist, im Dschungel der sich häu­fig ändern­den Schullandschaft. Konstruktiver Austausch über den Fahrplan der nächs­ten Jahre und sich dar­an anschlie­ßen­de Kontinuität wür­den in jedem Fall dazu füh­ren, dass in den Schulen wie­der die Unterrichtsqualität in den Fokus rücken könn­te und nicht über­mä­ßig viel Zeit mit der Umgestaltung der Bildungslandschaft ver­bracht wird.

Von:

Melanie Richter lebt seit mehr als 20 Jahren in Kiel, ist parteilos, seit 2010 Mitglied im Verein für Neue Medien Kiel e.V. und arbeitet in einer Kieler Gemeinschaftsschule.

7 Gedanken zu “Setzen 6? Letzter Platz beim Bildungsmonitoring 2012”:

  1. Steffen VoßSteffen Voß

    Ich weiß, dass es immer komisch aus­sieht, wenn man anfängt, sich den letz­ten Platz schön zu reden. Aber: Nach dem, was ich über das Ranking lesen kann, wird Schleswig-Holstein immer auf einem der letz­ten Plätze zu fin­den sein. Im Gegensatz zu PISA &Co schaut sich der Lobbyverein der Metallindustrie nicht an, was die Schülerinnen und Schüler kön­nen, wenn sie aus der Schule kom­men. Sie rech­nen eini­ge öffent­lich zugäng­li­che Daten zusam­men. Wenn da dann ein­ge­rech­net wird, dass Schleswig-Holstein zu wenig Absolventen, spe­zi­ell Ingenieursabsolventen hat, dann glau­be ich nicht, dass sich das jemals wesent­lich ändern wird — es sei denn das Land grün­det eine neue TU. Und dann springt der Lobbyverein mit­tel­stän­di­scher Unternehmen aka „Bund der Steuerzahler” der Landesregierung ins Gesicht.

    Wer in Schleswig-Holstein Abi macht, geht halt ten­den­zi­ell woan­ders stu­die­ren. Das gibt Punktabzug für Schleswig-Holstein und Extrapunkte für ande­re Bundesländer, die Abiturienten impor­tie­ren. Das sagt aber über­haupt nichts über die Bildung in Schleswig-Holstein aus. Und es ist absurd, dass ein Auslandspraktikum posi­tiv, ein Studium außer­halb des Heimatbundeslandes nega­tiv bewer­tet wer­den.

    Dann fehlt es an Ganztagsbetreuung. Okay. Da kann man etwas machen.

    Aber „Schlusslicht” klingt so, als wür­den Kinder in Schleswig-Holstein über­haupt nichts ler­nen. Darum geht es aber offen­bar gar nicht in der Studie. Da wer­den ja nur extern erho­be­ne sta­tis­ti­sche Daten zusam­men­ge­rech­net. Da wird kein ein­zi­ge Kind ange­guckt.

    Sachsen dage­gen hat­te ein Kinderbetreuungssystem aus DDR-Zeiten über­nom­men mit tra­di­tio­nell vie­len Plätzen und dann viel Geld für den Ausbau der Hochschulen. Wenn dann noch die Leute weg­zie­hen, weil sie Jobs nur im Westen fin­den, sieht die Statistik plötz­lich gut aus. Das klas­si­sche Vorzeigeland für Bildung, Bayern, ist da plötz­lich nur auf Platz 4 vor Bremen — wo doch Bremen sonst immer schlecht war.

    Ich weiß nicht, ob das Ranking wirk­lich etwas über Bildung in Schleswig-Holstein aus­sagt.

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  2. Andreas

    Für ein Billiglohnland wie Schleswig-Holstein, in dem poten­zi­el­le Investoren und Arbeitgeber mit dem Argument anglockt wer­den, dass das Lohnniveau im Land nied­ri­ger ist als in vie­len ande­ren Bundesländern, reicht der letz­te Platz im Bildungssystemvergleich völ­lig aus.

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  3. Pingback: Schule: Traue keiner Statistik…

  4. Kai

    Arbeitgeber las­sen unter­su­chen, ob Kinder arbeit­ge­ber­ge­recht aus­ge­bil­det wer­den. Wie über­ra­schend. Da ist dann unter ande­rem nicht die Bildung von Kindern das Ziel, son­dern wie schnell die­se dem Markt zur Verfügung ste­hen. Das fin­det sich dann zum Beispiel im Kriterium der Zeiteffizienz:

    „Das Handlungsfeld Zeiteffizienz gibt Auskunft über die Effizienz der Nutzung von Lebenszeit im Bildungssystem (in Punkten). Durch weni­ger Wiederholungen, ver­spä­tet ein­ge­schul­te Kinder, weni­ger vor­zei­tig auf­ge­lös­te Ausbildungsverträge, ein nied­ri­ge­res durch­schnitt­li­ches Absolventenalter von Hochschulabsolventen steigt die Zeiteffizienz.”

    Soziales Engagement, im Sportverein Fußball spie­len, ein Instrument ler­nen — alles unnö­ti­ger Quatsch solan­ge uns der Chinese zu über­ho­len droht.

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    1. Melanie Richter Post author

      Im Handlungsfeld „Zeiteffizienz” ist Schleswig-Holstein auf dem ers­ten Platz, wenn man sich die detail­lier­ten Auswertungen anschaut. Die Frage ist dann wie­der­um, was das über unser Bildungssystem aus­sagt? ;)

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  5. Pingback: Schleswig-Holstein im Bildungsmonitor. | ats20.de

  6. Panama Kiel

    Wieso eigent­lich der letz­te Platz im Ranking?
    Ich gehe seit zehn Jahren wie­der zur Schule. Und mit mir ganz vie­le Eltern, die alles dafür tun wür­den, damit ihr Kind hoch­schul­reif in der Erwachsenenwelt ankommt.

    Anfangs soll­te ich täg­lich min­des­tens zehn Minuten das Lesen und Schreiben üben, spä­ter Deutsch dik­tie­ren und Rechtschreibung prü­fen. Das wur­de mir im Elterngespräch nahe­ge­legt. Denn das kön­ne sie nicht bei allen Kindern unse­rer Integrationsklasse leis­ten, erklär­te mir die Klassenlehrerin. Ab Klasse 2 parier­te ich auf eng­li­sche Wortfetzen. Wir waren die ers­te Kieler Grundschulklasse mit bilin­gua­lem Unterricht: „Guck mal Mama, da liegt ein Blatt oak”. Dazu kam das Kopfrechnen und pro Woche eine Kolonne Zahlen vom klei­nen Einmaleins. Ich lern­te mit jedem Kind das Gedicht vom Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland aus­wen­dig und ersann beim zwei­ten eine kind­ge­rech­te Methode, sich sei­ne fünf Strophen effek­tiv anzu­eig­nen sowie der Versagensangst vor deren öffent­li­cher Darbietung zu begeg­nen.

    Die Aufforderung der Schulleitung, das Nachmittagsprogramm unse­rer Ganztagsschule durch mei­ne ehren­amt­li­che Mitarbeit zu berei­chern, über­sah ich jedoch Jahr für Jahr gewis­sen­haft. Denn dafür gibt es Profis, denen ich mit mei­nem Angebot die Lebensgrundlage ent­zie­hen wür­de. (Es reicht, dass wir beim Abholen der Kinder von ihrer Hausaufgabenbetreuung gele­gent­lich den 1-Euro-Jobbern die Aufgabenstellung der Lehrkräfte erklä­ren muss­ten). Dafür habe ich mitt­ler­wei­le zwei Klassenräume gestri­chen, einen Sack Schulgardinen dank Elternspenden zur Wäscherei brin­gen kön­nen, jedes Jahr mit Schülergruppen für deren Weihnachtsbasar gebas­telt und gefühl­te hun­dert Bleche Kuchen bereit gestellt.

    In der Orientierungsstufe ange­kom­men, fin­gen sie an, sich mor­gens ein Kind zur öffent­li­chen Ranzeninspektion her­aus­zu­pi­cken. Wir mach­ten den Anfang. Dabei erfuhr ich, dass unse­re vom ABK allen Grundschülern zur Einschulung spen­dier­te Trinkflasche gegen ein Plastikmodell aus­zu­tau­schen sei und wir zwei Hefte zu viel und ein Buch zu wenig dabei hat­ten. Um die­sen mie­sen Ersteindruck nicht noch wei­ter zu ver­tie­fen, erfolg­te Monate lang daheim stets ein gemein­sa­mer Vorcheck am Abend. Per Unterschrift beleg­te ich zudem im Hausaufgabenheft mei­nes Kindes, dass es daheim selb­stän­dig alle Aufgaben wunsch­ge­mäß erle­digt habe. Die Schule mach­te Stichproben. Beim Elternabend klag­te ein Lehrer, ihm wür­den zuneh­mend Aufsätze vor­ge­legt, die augen­schein­lich Eltern ver­fasst hät­ten. Um den Anschluss an die­ses ehr­gei­zi­ge Leistungsziel nicht völ­lig zu ver­lie­ren, führ­ten wir daheim die Kategorie „Entwurf” ein. Eine Reinschrift ins Heft erfolg­te erst nach dem Gegenlesen. So lern­ten wir nun­mehr auch Englisch gram­ma­ti­ka­lisch rich­tig schrei­ben. Das wur­de höchs­te Zeit. Alle ande­ren in der Klasse konn­ten das. Außerdem kann­ten sie Methoden, um Vokabeln zu ler­nen. Zum Glück beka­men wir gleich zu Beginn par­al­lel noch Latein. Im Prinzip ist das da ja gleich.

    Bei mei­nem Abi vor gut drei­ßig Jahren wur­de ich in Mathe geprüft. Das reicht noch, um dem aktu­el­len Schulstoff fol­gen zu kön­nen. Bei Bedarf erklä­re ich die Rechenregeln fürs Auflösen von Gleichungen mit ein oder zwei Unbekannten und das Kürzen von Brüchen. Wir erfin­den alter­na­ti­ve Rechenwege, wenn die Methode des Lehrers vor­mit­tags so wenig anschau­lich war und sei­ne Zeit für alter­na­ti­ve Erklärungen knapp. Er ist Referendar, kam gleich nach sei­ner Abschlussklausur sofort zu uns an die Schule. Wir Eltern unter­stüt­zen ihn wo wir kön­nen. Wäre er nicht, hät­ten wir kei­ne Lehrkraft — so wie in Deutsch. Die Stunden fal­len seit sechs Wochen aus oder wer­den durch eigen­ver­ant­wort­li­ches Arbeiten ersetzt, die EVA. Allmählich machen wir uns Sorgen um die Gesundheit der Lehrkräfte. Einen Schnupfen hat ja jeder mal, aber es meh­ren sich Fälle tie­fer grei­fen­der Erkrankungen. Grundsätzlich kön­nen die Schulleiter sich Ersatz holen. Da gibt es eine neue Regelung mit dem Ministerium. Doch es feh­le an Lehrern die bereit und fähig sind, als Springer zu fun­gie­ren, erfah­ren wir auf Sitzungen des Schulelternbeirats.

    Um das Interesse am Fach wäh­rend sol­cher Ausfallzeiten wach zu hal­ten, fül­len wir die Lücke pri­vat. Kunsthalle und Stadtgalerie bie­ten gegen Gebühr Malkurse, die Stadtbücherei sogar kos­ten­los einen FerienLeseClub. Auf dem frei­en Markt gibt es gefühlt mehr Angebote als Kinder. Weshalb jeder unse­rer Klassenkameraden was neben­her am Laufen hat, eini­ge schon seit der 5. Klasse; das Gängigste ist klas­si­sche Nachhilfe. Rund um unse­re Schule sie­del­ten sich Privatlehrer und -schu­len an. Das ist cle­ver. Denn wenn die Kinder nach acht Stunden Unterricht aus der Schule kom­men, wol­len sie nicht noch weit fah­ren müs­sen.

    Letzten Winter beleg­te ich acht Doppelstunden „Griechisch für Eltern”, das mich in die Lage ver­setz­ten soll­te, Vokabeln beim Erwerb der drit­ten Fremdsprache abfra­gen zu kön­nen. In drei Jahren machen wir Abitur. Für mich wird es das zwei­te Mal sein. Ich habe eine Berufsausbildung, danach stu­diert und im Ausland Grundlagen erforscht und gelehrt. Bekäme ich hier bezahl­te Arbeit, fän­de ich wohl kei­ne Zeit mehr fürs zwei­te Abi. Bis es soweit ist, arbei­te ich wei­ter dar­an, Schleswig-Holstein im Bildungs-Ranking nach vorn zu brin­gen. Den letz­ten Platz emp­fin­de ich per­sön­lich als Beleidigung.

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