Der öffentliche Herr Abgeordnete II

Von | 4. Juli 2014
Dr. Patrick Breyer

Das könnte ein Dr. Patrick Breyer sein. / CC-BY-SA

Es ist etwas über zwei Jahre her, da zank­ten sich Landesblog-Gründer Swen Wacker und der Landtagskandidat der Piratenpartei Dr. Patrick Breyer dar­über, ob es einen gleich­na­mi­gen, gleich alten Amtsrichter in Meldorf gäbe, oder ob jener Dr. Patrick  Breyer der glei­che Dr. Patrick Breyer sei. Der Kandidat Dr. Patrick Breyer woll­te näm­lich nicht preis­ge­ben, wo er arbei­tet. Das sei sei­ne Privatsache. Das sei höchst­rich­ter­lich ver­brieft.

Dass man­che Regeln zur Privatsphäre nur für den Dr. Patrick Breyer gel­ten, der zur Zeit für die Piratenpartei im schles­wig-hol­stei­ni­schen Landtag sitzt, durf­ten jüngst Schleswig-Holsteins Polizisten erfah­ren — Schwamm drü­ber.

Aber der Dr. Patrick Breyer von der Piratenfraktion stellt sich auch in den Landtag und behaup­tet, „Bei uns, Herr Kollege Harms, ist es trans­pa­rent, weil unser Beruf ver­öf­fent­licht wird. Da kann jeder sehen, ob ein sol­ches Rückkehrrecht besteht oder nicht.” Und im Protokoll ist nicht ver­merkt, dass er dabei lacht.

Seine Wählerinnen und Wähler muss­ten bei Dr. Patrick Breyer die Katze im Sack kau­fen. Bei allen Transparenz-Angaben und Angaben zur Person und nicht ein­mal im Piratenwiki, auf der Homepage des Landtages oder in der Wikipedia ist zu erfah­ren, wer bis zur Wahl die Miete des Kandidaten Dr. Patrick Breyer finan­ziert hat und wie er zu dem Sparguthaben kam, das in der heu­ti­gen Zeit 165 Euro monat­li­cher Zinsen  abwirft.

Vielleicht kann der Amtsrichter Dr. Patrick Breyer aus Meldorf dazu etwas sagen. Immerhin müss­ten bei­de etwa zur glei­chen Zeit Jura stu­diert haben. Vielleicht sind sie sich da mal über den Weg gelau­fen und der jun­ge Pirat Dr. Patrick Breyer hat ihm etwas über sei­ne Zukunftspläne erzählt.

10 Gedanken zu “Der öffentliche Herr Abgeordnete II”:

  1. Steffen Voß

    Jetzt habe ich glatt ver­ges­sen zu schrei­ben, dass einer der bei­den Herrn Breyers in der Vergangenheit kei­ner­lei Probleme damit hat­te, ande­re zu outen: http://landesblog.de/blog/2012/12/10/piraten-unterstutzen-npd-initiative/#comment-4748 Im letz­ten Absatz sei­nes Kommentars, meint ein Patrick Breyer, mei­ne Anstellung outen zu müs­sen. Erstaunlich für eine Partei, die ansons­ten for­dert, dass jeder alles anonym ins Internet schrei­ben dür­fen soll­te. ;-)

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  2. Thilo Pfennig

    Auch wenn ich ger­ne auch Piraten kri­ti­sie­re soll­te man zumin­dest eines akzep­tie­ren: Ich den­ke nicht, dass Patrick das gan­ze bewusst gemacht hat. Dazu kann jeder ja auch sei­ne Stellungnahme sehen: http://www.patrick-breyer.de/?p=422979 Insofern ist es eher tra­gisch für die Betroffenen und ihn selbst, dass das so pas­siert ist, wie es pas­siert ist. Kritik soll­te daher nicht so sehr dar­auf abzie­len die Veröffentlichung zu kri­ti­sie­ren, son­dern eher die man­geln­de Sorgfalt. Das pas­siert aber eben, wenn man etwas ver­öf­fent­licht, obwohl man viel­leicht nicht die Zeit hat alles dop­pelt und drei­fach zu prü­fen. Wobei ich auch nicht weißt, war­um Politiker die Realnamen von Ermittlern erfah­ren dür­fen. Das ist ja nor­ma­ler­wei­se für die poli­ti­sche Arbeit nicht not­wen­dig. Insofern fin­de ich den Angriff hier etwas unlau­ter, wenn auch schar­fe Kritik als sol­ches sehr ange­bracht ist. Generell aber eben ist an einer Veröffentlichung von Daten zu begrü­ßen. Vorausgesetzt eben die ange­sag­te Sorgfalt wird ange­wen­det.

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