Bekommt Jagel den "Eurohawk" - Unbemannte Flugdrohne

Von | 5. Februar 2011

Der 28. März 2003 war für Stadt Schleswig zwar ein fei­er­li­cher Tag, aber auch ein Tag, an dem sich das wei­te­re Schicksal des gesam­ten Einzugsbereiches ein für alle mal ändern soll­te. An besag­tem Tag wur­de das Pionierbattallion 620, sta­tio­niert in Schleswig auf der Freiheit, abbe­ru­fen. Mit dem Abzug der Truppe ver­lor die Schleistadt 11,2% der sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Arbeitsplätze und eine Kaufkraft von damals 11 Millionen Euro.

Heute schrie­ben die Schleswiger Nachrichten im Artikel der Eurohawk kommt pünkt­lich über die Stationierung von zunächst einer unbe­man­ten Flugdrohne (UAV — unman­ned arei­al vehi­cle), die vor­aus­sicht­lich im Herbst in Jagel auf dem Fliegerhorst ein­tref­fen soll.  Das UAV wäre so dem Aufklärungsgeschwader 51 “Immelmann” unter­stellt. Dem Bericht nach wur­den bis­her drei Luftwaffepiloten für die Fernlenkung der Drohne aus­ge­bil­det. Nach der wei­te­ren Stationierung von vier zusätz­li­chen UAV des Typs “RQ-4E (Block 20),” genannt “Eurohawk” im Jahr 2016 sol­len wei­te­re 11 Piloten und  27 Techniker fol­gen.

Ob es zur Stationierung aller genann­ten Eurohawks kom­men wird ist noch nicht abschlie­ßend gesi­chert, da die Entscheidung über den Erwerb erst in im kom­men­den Jahr bei einer “posi­ti­ven Haushaltslage” getrof­fen wer­den wird. Was genau “posi­ti­ve Haushaltslage” bedeu­tet und wel­che Kosten für den Erwerb der UAVs ent­ste­hen, ist nicht bekannt. Es lässt sich  jedoch ver­mu­ten, dass hier ein Batzen Geld aus dem Verteidigungsetat des Bundes bereit­ge­stellt wer­den muss.

Für die Region Schleswig ist die lang­fris­ti­ge Stationierung der ver­gleichs­wei­se rie­si­gen Drohnen mit 35 Meter Flügelspannweite aus rein wirt­schaft­li­cher Sicht jedoch, so sie denn ein­tritt, als posi­tiv zu bewer­ten. Zur Zeit sind dem Aufklärungsgeschwader 51 rund 1500 Soldaten unter­stellt. Bei der Abberufung des Pionierbattallions 2003 wur­den etwas über 1300 Soldaten aus der Schleistadt abge­zo­gen. Insofern hat man einen unge­fäh­ren “Daumenwert”, wenn man die finanz­wirt­schaft­li­chen Auswirkungen einer Schließung des Standortes Jagel in Betracht zieht.

Sicherlich ist es für die Bevölkerung vor Ort und für die Bewohner der Schleiregion, die direkt in der Einflugschneise des Flughafens lie­gen etwas befremd­lich zu wis­sen, dass neben den doch sehr laut­star­ken Tornados bald auch unbe­mann­te Flugobjekte tag­ein tag­aus über ihre Köpfe flie­gen. Dies um so mehr, da es schon seit Jahren auf­ge­reg­te Diskussionen um die pri­va­te Mitbenutzung des Flugplatzes Jagel durch die Airgate SH gibt.

Hier nun ein Video zum Eurohawk bei einem Testflug in den Vereinigten Staaten:

http://www.youtube.com/watch?v=OHo9vCB3DAg

Verweise:

Bildquelle: Picture of Euro Hawk; European Version of US Global Hawk UAV, Wikipedia

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Gebürtiger Nordfriese, Kind der Insel Nordstrand, inzwischen wohnhaft am Osteefjord Schlei, verheiratet und Vater. Er arbeitet als Produktmanger und Projektmanager im Bereich Messaging-Dienste, Mobile Payment, Value Added Services und mobile Internet.

Ein Gedanke zu “Bekommt Jagel den "Eurohawk" - Unbemannte Flugdrohne”:

  1. Thilo P.

    Interessant in dem Zusammenhang die Finanzierungszusage des Landes an den Flughafen Blankensee in Lübeck. Die gro­ße Koalition hat­te ja eigent­lich beschlos­sen, sich grund­sätz­lich nicht wei­ter an Flughfen zu betei­li­gen: „CDU und FDP wür­di­gen die Bedeutung des Luftverkehrs in Schleswig-Holstein
    für Wirtschaft und Tourismus. Wir set­zen auf pri­va­te Investitionen in regio­na­le
    Flughäfen als Impulsgeber für die ört­li­che Wirtschaft. Eine direk­te Flughafenbe-
    tei­li­gung schlie­ßen wir jedoch aus. Im Rahmen eines Luftverkehrskonzeptes
    wer­den wir den Standort Kaltenkirchen über­prü­fen.” Nun hat man erst kürz­lich die Förderung von Lübeck beschlos­sen.
    Jagel war ja u.a. neben Kaltenkirchen als Großflughafen in Konkurrenz zu Hamburg mit Ausbaukosten von 74 Millionen ange­dacht. das ist nun offen­bar ganz vom Tisch, damit man sich auf Kaltenkirchen kon­zen­trie­ren kann. die Einwohner dort müs­sen sich daher jetzt warn anzie­hen. Kaltenkirchen könn­te so zu einem DER gro­ßen Wahlkampfthemen wer­den.

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