Das Wunder von Kiel - Schleswig-Holstein im Kulturdialog. Ein langes Gedankenspiel

Von | 12. April 2014
Vereinstracht auf dem Wäscheständer

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel: Die Vereinstracht auf dem Wäscheständer

Im Mai ver­gan­ge­nen Jahres gab Ministerin Anke Spoorendonk (SSW) den Startschuss zum Kulturdialog in Schleswig-Holstein. Die ers­te Phase war zeit­lich begrenzt. Sie soll­te in einer öffent­li­chen Debatte mün­den. Dafür lud das Ministerium für Justiz, Europa und Kultur alle Interessierten am 28. Februar 2014 von 10:00 bis 16:00 Uhr in das Landeshaus ein. Im 5-Minuten-Takt wech­sel­ten sich 40 Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und Vereinen, von Kulturinstitutionen und poli­ti­schen Parteien am Rednerpult ab. Alle Beiträge sind in der wört­li­chen Niederschrift nach­zu­le­sen.

Kurz zurück zur Vorgeschichte: Für die­sen Kulturdialog und die Zeit danach Anke Spoorendonk eine Leitungsgruppe aus zwan­zig per­sön­li­chen Beraterinnen und Beratern gebil­det. Ihr gehö­ren die kul­tur­po­li­ti­schen Sprecherinnen und Sprecher von Regierung und Opposition sowie Vertreter der Kulturabteilung des Ministeriums und Persönlichkeiten des kul­tu­rel­len Lebens an. Zudem konn­ten rund 60 Kulturfunktionäre gewon­nen wer­den, die sich ab Mitte August in vier Arbeitsgruppen mit vor­ge­ge­be­nen Themen aus ihrem Grundsatzpapier beschäf­ti­gen soll­ten. Zum Jahreswechsel wur­den deren Ergebnispapiere ver­öf­fent­licht. Auf die­ser Basis ent­stand der ers­te Entwurf zu einem Konzept, den die Ministerin bei einem Abschlusstreffen aller AGs zur Diskussion stell­te. Ergänzt um Anregungen aus dem drit­ten Treffen der Leitungsgruppe, resul­tier­ten dar­aus Empfehlungen für ein Kulturkonzept. Darüber wur­de am 28. Februar öffent­lich debat­tiert.

Stellen Sie sich einen Vereinsplatz vor, einen die­ser Rasenplätze, auf dem Kiels Kreisliga ihre Punktspiele im Fußball aus­trägt. Sie ste­hen am Rand zwi­schen zuschau­en­den Eltern. Ihre Jugendmannschaft hat ein Auswärtsspiel. Bereits nach sechs Spielminuten fiel das ers­te Tor für die Gegner. Ihnen kommt der gest­ri­ge Tag in den Sinn. Den ver­brach­ten Sie im Plenarsaal des Schleswig-Holsteinischen Landtags. Dort fand das lang ange­kün­dig­te Kulturplenum statt, zu dem Anke Spoorendonk ein­ge­la­den hat­te. Sie wol­len den Umstehenden davon berich­ten. Was sagen Sie?

„Kennt einer den Plenarsaal vor´m Landeshaus, den Glaskasten? Von der Kiellinie ist er zu sehen. Gestern saß ich dort, auf dem Platz von Klaus Schlie, dem Landtagspräsidenten, CDU — einst Innenminister im Kabinett von Carstensen. Debattiert wur­de über Kulturpolitik. Der Saal war voll – über­wie­gend mit Lobbyisten. In der Sitzungspause gab es Popcorn für alle und ans Rednerpult leg­ten die Schokolade und Gummibärchen, als Belohnung für die­je­ni­gen, die ans Mikro tra­ten. Rund vier­zig Rednerinnen und Redner waren es. Jedes ihrer Worte wur­de auf­ge­zeich­net. Gut eine Woche dau­ert es, davon ein Protokoll anzu­fer­ti­gen.“

Staunen. Die ers­ten Eltern wen­den sich vom Spielgeschehen weg und Ihnen zu. Aber nur kurz, denn nach dem Fehlpass eines Abwehrspielers zum Torwart, erzielt der geg­ne­ri­sche Linksaußen das 2:0. Ein Vater zitiert Herbert Zimmermann: „Was wir befürch­tet haben, ist ein­ge­tre­ten.“

„Schleswig-Holstein steht auf der Schuldenbremse. Das Land senkt sei­ne Ausgaben Jahr für Jahr, bis sie die Einnahmen nicht mehr über­stei­gen. Bei der Kultur soll nicht gekürzt wer­den. Nach einer Erhöhung des Kulturhaushalts sieht es aber auch nicht aus. Ein Teil der Mittel ist zudem gebun­den, davon ein Großteil an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin für die Einrichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek, ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, Ländern und Kommunen. Allein über die Summe von 18 Millionen kön­ne ihr Ministerium ver­fü­gen, berich­te­te Anke Spoorendonk. Damit soll sie kul­tu­rel­les Leben in Stadt und Land, Institute sowie Projekte finan­zie­ren. Da bleibt kein Gestaltungsspielraum. Gibt sie für JazzBaltica 15.000 Euro mehr aus, müss­te die Ministerin theo­re­tisch den Betrag an ande­rer Stelle ein­spa­ren. Stellt sie im Landesamt für Denkmalpflege befris­tet auf zwei Jahre sie­ben neue Leute ein, die den Rückstau bei der Inventarisation behe­ben sol­len, müss­ten die 250 Tausend Euro Personalkosten dafür anders­wo auf Landesebene gekürzt wer­den. Bis 2020 sind zehn Prozent aller Stellen in der Landesverwaltung zu redu­zie­ren.
Aber vom Bund und aus der EU fließt Geld. Bis zu 50 Millionen steckt Berlin jedes Jahr deutsch­land­weit in Projekte für Kinder und Jugendliche. Damit die, die sonst kaum oder kei­ne Kunst- und Kreativförderung erhal­ten, nach der Schule noch mit Leuten aus der Volkshochschule, den Bibliotheken, in Chören, Musik- und Theatergruppen oder ande­ren Vereinen was in Sachen Kultur machen. Bedingung ist, dass sich immer drei Bündnispartner fin­den – also zum Beispiel unser Fußballverein, die Kreismusikschule und eine Mädcheninitiative vom hie­si­gen Schulzentrum. Ihr Angebot muss zu einem der 35 Konzepte pas­sen, mit denen sich Dachverbände und Bundesinitiativen ihre Anteile am Budget gesi­chert haben, denn die rei­chen einem das Fördergeld aus Berlin wei­ter. Das heißt: Ein Trainer, Musiklehrerin und Sozialpädagogin wäh­len sich das Modul „Sport.Art“ der Deutschen Sportjugend und bie­ten eine „Sportshow“ als Wochenendworkshop für bil­dungs­be­nach­tei­lig­te Mädchen an. Erhalten sie den Zuschlag, fließt Geld für kul­tu­rel­le Bildung nach Schleswig-Holstein. Erst lief das gar nicht. Bis die Ministerin 2014 zum „Jahr der kul­tu­rel­len Bildung“ auf­rief und land­auf land­ab in Regionalkonferenzen für Kooperationen warb. Ginge es nach ihr, wür­de Anke Spoorendonk gern wei­te­re Themenjahre in Schleswig-Holstein durch­füh­ren, ihr mache das Spaß, bekann­te sie ges­tern kurz vor der Pause.“

Die eige­ne Mannschaft fin­det tat­säch­lich zurück ins Spiel. In der elf­ten Spielminute grätscht der Stürmer einen eigent­lich leicht zu hal­ten­den Schuss vom Rechtsaußen zum 1:2 ins geg­ne­ri­sche Tor. „Das soll­te uns Mut geben“, kom­men­tiert einer der Umstehenden. Anstoß von der Mittellinie.

„Apropos Bündnisse: Ihre Kolleginnen Wara Wende und Kristin Alheit betei­li­gen sich an der Initiative der Kulturministerin. Die eine lei­tet das Ministerium für Bildung und Wissenschaft, die ande­re das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung. Sie lob­ten zum Jahr der kul­tu­rel­len Bildung Preise aus für Schulen und KiTas, an denen der Unterricht in Kunst und Musik vor­bild­lich läuft. Die sind jedoch nicht das Problem, son­dern eine wach­sen­de Zahl von Einrichtungen, denen dafür geeig­ne­te Pädagogen feh­len und die ent­we­der gar kei­ne ästhe­ti­sche Bildung anbie­ten kön­nen, oder nur in gerin­gem Umfang und durch fach­frem­de Lehrkräfte. Um die küm­mert sich kei­ner. Denn das wür­de den Landeshaushalt erheb­lich und auf Jahre hin­aus belas­ten. Dabei brau­chen alle unse­re Kinder krea­ti­ve Anregungen, um ihre Persönlichkeit zu ent­fal­ten und erfolg­reich zu ler­nen. Hamburg schickt daher seit 2011 Künstlerinnen und Künstler an aus­ge­wähl­te „Kulturschulen“. Das kön­nen die Behörden, die für Schule und die für Kultur, weil ihr Mittel einer pri­va­ten Stiftung zur Verfügung ste­hen. Bundesweit liegt Schleswig-Holstein auf Rang sie­ben bei der Stiftungsdichte. Das kön­ne sich sehen las­sen, meint unser Ministerpräsident. Vermutlich wür­den auch unse­re Ministerinnen schnell fün­dig bei der Suche nach Kooperationspartnern. Jedoch soll­ten die kei­nes­falls dafür miß­braucht wer­den, die Grundversorgung zu über­neh­men.

Am Kulturplenum nah­men bei­de Ministerinnen nicht teil. Dafür ergriff am Nachmittag Hermann-Josef Thoben das Mikrofon. Er ist Referatsleiter im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und länd­li­che Räume, also bei Dr. Robert Habeck. Bis 2020, ver­kün­de­te er, stün­den EU-Mittel in Höhe von ins­ge­samt 63 Millionen Euro zur Verfügung. Dieses Geld sei jedoch nicht gedacht für Städte wie Kiel oder ande­re der gut hun­dert Städte im Land mit über 35.000 Einwohnern son­dern für soge­nann­te AktivRegionen. Laut EU sind das länd­li­che Räume mit Einwohnerzahlen zwi­schen 50 und 120 Tausend. Das Flächenland Schleswig-Holstein besteht zu 90 Prozent aus Gemeinden mit unter 4 Tausend Einwohnern. Daraus las­sen sich 21 oder 22 AktivRegionen bil­den. Diese erhal­ten von der EU ein eige­nes Budget, mit dem sie machen kön­nen, was sie wol­len – natür­lich im Rahmen recht­li­cher Vorgaben. Damit sie attrak­ti­ver wer­den, beson­ders für jun­ge Menschen. Gefördert wur­de zum Beispiel die Zirkusschule Ubuntu aus Horst in der AktivRegion Steinburg. Seit Jahren tourt sie mit Kindern und Jugendlichen aus ihrem Kreis wäh­rend der Sommerferien durch Schleswig-Holstein. Mitte Juli bau­en sie das Zelt auch wie­der bei uns im Werftpark auf, für ihre eige­ne Show. Hermann-Josef Thoben appel­lier­te an alle Kulturschaffenden, ver­stärkt über Kultur im länd­li­chen Raum nach­zu­den­ken und bis Juli Konzepte vor­zu­le­gen.“

In der 18. Minute ver­wan­delt ihr Rechtsaußen mit einem Volleyschuss eine Ecke des Kapitäns zum 2:2. Aber die geg­ne­ri­sche Mannschaft erholt sich schnell von die­sem Schlag und bringt ihre Jungs zuneh­mend in die Defensive. In der 36. Minute fällt einer ihrer Stürmer im Strafraum zu Boden, aber der Schiedsrichter gibt kei­nen Elfmeter. Kurz vor der Halbzeit kehrt sich das Kräfteverhältnis um — die geg­ne­ri­sche Abwehr wirkt über­for­dert durch die vie­len Flanken. Schließlich pfeift der Schiedsrichter ab. In der Halbzeitpause hören Sie den Trainer sagen: „Jungs, es ist groß­ar­tig, was ihr bis­her geleis­tet habt. Gebt auch in der 2. Halbzeit kei­nen Millimeter Boden preis.“

ARS BALTICA – sagt das jeman­den noch was? Bei Wikipedia fehlt übri­gens Text zu dem Eintrag! Das Projekt ent­stand aus der Vision her­aus, den Ostseeraum wie zu Zeiten der Hanse für den Austausch zu nut­zen. 1991 grün­de­ten die Kulturminister aller Anrainerstaaten das Netzwerk ARS BALTICA. Damals war Björn Engholm Ministerpräsident. Als Jazz-Fan setz­te er sich für die Gründung von JazzBaltica ein. Weitere Initiativen folg­ten, dar­un­ter BluesBaltica in Eutin, folkBaltica aus Flensburg, die Nordischen Filmtage Lübeck, das Monodramen Festival Thespis in Kiel und das Europäische Festival des Debütromans vom Literaturhaus Schleswig-Holstein und vie­le mehr. Deutschland hat bei ARS BALTICA den Vorsitz. Am Nordkolleg unter­hält das Netzwerk sei­ne Geschäftsstelle. Auf Beschluss des Organisationskommittees ist der Hausherr von der Rendsburger Akademie zugleich Präsident des Netzwerkes. Wenn wir aus Schleswig-Holstein nicht mehr Mittel bekä­men, sag­te Guido Froese beim Kulturplenum, dann müss­ten wir zur EU gucken. 2014 beginnt bei den INTERREG-Programmen die neue Förderperiode über die nächs­ten sechs Jahre bis 2020. Gefördert wer­den grenz­über­schrei­ten­de Projekte, die in Kooperation mit unse­ren Nachbarn im Nord- und Ostseeraum geplant und durch­ge­führt wer­den. Zuletzt kamen 10 Millionen Euro auf die­sem Weg nach Schleswig-Holstein. Demnächst könn­te das weit mehr sein. Gleiches gilt für das neue Kulturprogramm der Europäischen Kommission, das um 9 % auf ein Budget von ins­ge­samt 1,46 Milliarden Euro für den Zeitraum 2014 bis 2020 aus­ge­stat­tet wur­de. „Kreatives Europa“ gilt für Kino, Fernsehen, Musik, Literatur, Theater, Kulturerbe und ande­re Bereiche des Kultur- und Kreativsektors, die ent­schei­dend zu Beschäftigung und Wachstum in Europa bei­tra­gen sol­len.”

Die Spieler sind zurück auf dem Platz: Anstoß. Ausgeglichenes Spiel in der zwei­ten Hälfte der Partie. Beide Mannschaften sam­meln Torchancen, aber kei­nem gelingt, sie zu ver­wan­deln. Erst in der Schlussphase gewin­nen Ihre Jungs immer mehr an Sicherheit und erar­bei­tet sich Chancen. Als die 84. Minute anbricht, trickst einer der Stürmer die Gegner aus und bringt unse­re Mannschaft mit einem Linksschuss in Führung.

„Die Chefs der Kulturressorts von den Kieler Nachrichten, den Lübecker Nachrichten und vom sh:z aus Flensburg sowie ein Redakteur und Moderator bei NDR 1 Welle Nord zogen eini­ge Tage vor dem Kulturplenum öffent­lich Bilanz der ver­gan­ge­nen zwei Jahre Kulturpolitik. Dazu ein­ge­la­den hat­te ein Dreierbündnis aus Landesverbänden, die seit Jahrzehnten kul­tur­po­li­ti­sche Entwicklungen im Land kri­tisch beglei­ten. In dem Arbeitspapier ste­cke viel Glaube, Liebe, Hoffnung, bemän­gel­te der Fernsehjournalist, er ver­mis­se dar­in kon­kre­te Pläne. So ent­hal­te das Papier die Forderung, bereits bestehen­de Strukturen zu opti­mie­ren, indem meh­re­re Einrichtungen auf dem Land Knotenpunkte bil­den, um gemein­sam Marketing zu betrei­ben. Wie sähe die Umsetzung aus? Als Modellprojekt führ­te der Kulturchef der Kieler Nachrichten die Kieler Museumsmeile an, an der sich acht Einrichtungen betei­li­gen. Bezahlt wur­de es bis­lang aus Mitteln des Europäischen Fonds für regio­na­le Entwicklung. Die Pressevertreter sahen in dem Arbeitspapier eine Materialsammlung, die in ers­ter Linie den Status Quo der Dialogteilnehmer sichern wür­de, aber weder muti­ge Schritte noch Innovationen ent­hal­te. Mit ihrer end­gül­ti­gen Bewertung des KulturDialoges woll­ten sie jedoch die kon­kre­ter gefass­te Version abwar­ten, mit der die Ministerin dem­nächst zur Beratung ins Kabinett und den Landtag geht.

Mehr ver­spricht sich die Presse von den vie­len Personalentscheidungen, die im ver­gan­ge­nen Jahr fie­len, und die eine Fülle neu­er Kräfte an zen­tra­le Stellen der Kulturszene auf­rü­cken ließ: Christian Kuhnt lös­te Rolf Beck beim SHMF ab. Das Theater Lübeck erhielt einen neu­en Generalmusikdirektor. In Gottorf gibt es erst­mals eine Direktorin und bei der Tourismusagentur dem­nächst eine neue Geschäftsführerin. Der Rücktritt von Jutta Kürtz führ­te beim Heimatbund zum Wechsel im Präsidium. Die Musikhochschule Lübeck hol­te sich aus der Schweiz einen neu­en Präsidenten und die Muthesius Kunsthochschule wähl­te für die­sen Posten einen Philosophiedozenten. Auch beim Museum Kunst der Westküste und den Eutiner Festspielen gab es Veränderungen an der Spitze. Allerdings nahm außer dem neu­en Direktor im Freilichtmuseum Molfsee über­ra­schen­der­wei­se kei­ner von denen an der Debatte um die Kulturperspektiven teil. Dr. Wolfgang Rüther war als Leiter der AG Kulturelles Erbe jedoch auch unmit­tel­bar am KulturDialog betei­ligt. Alle ande­ren nicht. Was das zu bedeu­ten hat? Im Kulturhaushalt wur­den Schwerpunkte gesetzt, und zwar, so heißt es wört­lich in der Präambel, bei der lan­des­weit bedeu­ten­den kul­tu­rel­len Infrastruktur und des kul­tu­rel­len Erbes sowie bei der Förderung von Initiativen und Aktivitäten an der Schnittstelle von Kultur und Bildung. Keiner der Neuen braucht sich Sorgen zu machen, gekürzt wird bei denen nicht. Alle ande­ren soll­te der Kulturdialog in Bewegung set­zen. Wer die Gelegenheit nutz­te, bei den Treffen sei­ner Arbeitsgruppe flei­ßig Kontakte zu knüp­fen, damit sein Netzwerk erwei­ter­te und über Kooperationen nach­dach­te, die mit­tels EU- oder Bundesmillionen geför­dert wer­den kön­nen, der hat alles rich­tig gemacht.”

Ließe sich das wirk­lich neben­her beim Fußball erzäh­len? Den Einstieg brach­te ich tat­säch­lich, wobei ich gemo­gelt habe, denn ich saß wäh­rend des Plenums nicht auf dem Platz von Klaus Schlie, das war bei einer ande­ren Veranstaltung vor die­ser mal der Fall gewe­sen, nee: tat­säch­lich saß ich auf einem Platz zwei Reihen hin­ter der Ministerin. Doch People machen sich beim Einstieg jeder Geschichte gut, und durch die­sen, sagen wir mal: Erzähltrick hat­te ich Zuhörer gewon­nen und konn­te mei­ne Kurzfassung des Kulturdialogs plat­zie­ren. Für mehr reich­te es dann nicht.

Weitere Quellen:

EU-Programm Creative Europe 2014 – 2020
Bericht von der Tagung Schärfentiefe im November 2013
Aktivregionen Schleswig-Holstein
Grußwort des Ministerpräsidenten zum Stifterpreis 2013
Einzelplan 09: Kulturhaushalt 2014
Storytelling statt Haushaltsbashing
Stellungnahmen des Landeskulturverbandes
Organigramm der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen
Wikipedia zum Wunder von Bern
Museen am Meer
Kultur macht stark — Bündnisse für Bildung
Kulturschulen Hamburg
Kulturbilanz der Presse am 18.2.2014

 

panama
Von:

das; Abk. f. Panorama (griech.). Unter diesem Namen postet Daniela Mett vermischte Nachrichten aus der bewohnten Welt Schleswig-Holsteins. Die ausgebildete Magazinjournalistin berichtet frei und unabhängig. Sie hat sich in 29 Berufsjahren spezialisiert auf Reportagen und Interviews - www.panama-sh.com.

4 Gedanken zu “Das Wunder von Kiel - Schleswig-Holstein im Kulturdialog. Ein langes Gedankenspiel”:

  1. Schwichtenberg, Bernhard

    Ein Füllhorn an Informationen gut les­bar zusam­men­ge­tra­gen.
    Ein wah­res Glück, dass Herbert Zimmermanns Reporterstimme
    nicht den Genuss des Füllhorns zer­stört hat.
    Die bil­den­de Kunst gab es offen­sicht­lich an jenem Tage im Plenum nicht,
    was mich mehr als betrübt hat. Seit Samstag (19. April 2014) lei­tet nun
    Monika Rathlev aus Neumünster den BBK-SH.

    Merci und „fröh­li­che Ostern”
    Bernhard Schwichtenberg

    Reply
    1. panama

      Mit Ausstellungen und Diskussionen macht der BBK-SH seit März auf den wohl dras­ti­schen Auftragsrückgang für Kunst im öffent­li­chen Raum auf­merk­sam. Noch samm­le ich Fakten. Am 2. und am 11. Mai fin­den im Brunswiker Pavillon (Kiel) die nächs­ten Diskussionsrunden statt, letz­te­re mit Podiumsgästen aus der Politik. Davon berich­te ich, nach­zu­le­sen dann hier, auf dem lan­des­blog. Herzlichen Dank für das Lob mei­ner Reporterstimme: Daniela Mett

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  2. Guido Froese

    Vielen Dank für den Beitrag! Der liest sich sehr gut und ich wer­de ihn mal zur Lektüre emp­feh­len. Und falls er doch noch ver­tont wer­den soll­te gebt bit­te Bescheid.
    Herzlich,
    Guido Froese

    Reply
    1. panama

      Verfolge das Hüpfen der Linie in der Besucher-Statistik mit Spannung. Unverändert weit vorn in der Publikumsgunst liegt der Beitrag über die Nebeneinkünfte von Politikern. Den gilt es, in der Verlängerung aus­zu­drib­beln. Bitte das Wunder von Kiel wei­ter anfeu­ern! Sportliche Grüße: Daniela Mett

      Reply

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