Türkische Gemeinde ist neuer Träger für Freiwillige Soziale Dienste

Von | 18. September 2014
Rollstuhl

Foto: Ze'ev Barkan, CC-BY

Seit Anfang die­ser Woche zählt die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGS-H) zu den Trägern für die Freiwilligen Sozialen Dienste. Dieser Schritt ermög­licht es jun­gen Menschen, in einem der zahl­rei­chen Projekte der Gemeinde ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu absol­vie­ren.

Die Türkische Gemeinde enga­giert sich in ver­schie­de­nen Bereichen, wie zum Beispiel der Beratung zur Anerkennung von im Ausland erwor­be­nen Bildungs- und Berufsabschlüssen, viel­fäl­ti­gen Beratungsangeboten für Migrantinnen und Migranten in Bezug auf Erziehung, Partizipation und opti­ma­le Nutzung der zahl­rei­chen zur Verfügung ste­hen­den Bildungsangebote. Des Weiteren wer­den von der Gemeinde regel­mä­ßi­ge Veranstaltungen zu gesell­schaft­li­chen Themen wie Literatur, Kunst und Umwelt ange­bo­ten sowie Unterstützung bei der Kommunikation mit Ämtern und Behörden geleis­tet.

Sozialministerin Kristin Alheit sieht dar­in einen wich­ti­gen Beitrag zur inklu­si­ven Gesellschaft und eine dop­pel­te Chance.

„Die Förderung des Engagements ist zugleich ein Beitrag zur Bildungs- und Beschäftigungsfähigkeit der Freiwilligen. Dadurch wird die sozia­le und beruf­li­che Integration gestärkt.“

Auch der Landesvorsitzender der TGS-H, Dr. Cebel Küçükkaraca, sieht die Entwicklung posi­tiv, da sie sei­ner Ansicht nach ein wich­ti­ger Schritt in Richtung gleich­be­rech­tig­te Partizipation ist.

„Migrantinnen und Migranten sind ein Teil die­ser Gesellschaft. Dennoch sind sie in vie­len Teilen noch unter­re­prä­sen­tiert. Wir haben noch kei­ne Chancengleichheit schaf­fen kön­nen. Daran wol­len wir gemein­sam arbei­ten.

Die Trägerschaft ist für die Gesamtgesellschaft ein Gewinn. Wir kön­nen zum Beispiel in den Dienststellen das Thema Interkulturelle Öffnung inten­si­vie­ren. Außerdem kann das Potenzial der Jugendlichen mit Migrationshintergrund im sozia­len Sektor so bes­ser genutzt und die Jugendlichen bes­ser geför­dert wer­den. Das Freiwillige Soziale Jahr kann ins­be­son­de­re auch posi­tiv auf den Fachkräftebedarf wir­ken.”

Das FSJ unter der Trägerschaft der TGS-H wen­det sich an Jugendliche jeg­li­cher Herkunft, ins­be­son­de­re auch mul­ti­eth­ni­sche Zielgruppen.

Im Moment gibt es 1600 FSJler bei Trägern in Schleswig-Holstein, die in ver­schie­dens­ten sozia­len Bereichen wie z.B. Pflege- und Senioreneinrichtungen, Kindertagesstätten, Schulen, Jugendheimen, kul­tu­rel­len Einrichtungen oder der Jugendarbeit in Sportvereinen tätig sind. In der Liste der Träger für ein FSJ sind 55 Einrichtungen auf­ge­lis­tet, in denen jugen Menschen, die die Vollzeitschulpflicht absol­viert und das 27. Lebensjahr noch nicht voll­endet haben, eine prak­ti­sche Hilfstätigkeit aus­üben und Erfahrungen sam­meln kön­nen. Ein Jahr lang wer­den die FSJler von Seiten des Trägers päd­ago­gisch beglei­tet und neh­men in die­ser Zeit an min­des­tens 25 Seminartagen teil, die von den Trägern orga­ni­siert wer­den. Derzeit för­dert das Sozialministerium 792 FSJ-Plätze mit 950.400 Euro aus Landesmitteln.

Quelle: Freiwilligendienste in Schleswig-Holstein

Von:

Melanie Richter lebt seit mehr als 20 Jahren in Kiel, ist parteilos, seit 2010 Mitglied im Verein für Neue Medien Kiel e.V. und arbeitet in einer Kieler Gemeinschaftsschule.

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