Regionalverkehr und Winter – eine Bilanz

Von | 7. Januar 2011

Per Pressemitteilung zieht das Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr eine Bilanz der Winterprobleme im Zugregionalverkehr des Landes. Die Mitteilung ist der­art lesens­wert, dass wir sie den Lesern des Landesblogs nicht vor­ent­hal­ten möch­ten. Lediglich die Links und Hervorhebungen sind von uns.

Nach Bahn-Pannen und Zugausfällen: DB Regio AG und Nord-Ostsee-Bahn wol­len Winterprobleme bes­ser bewäl­ti­gen und akzep­tie­ren Zuschuss-Kürzung

KIEL. Nachdem es bei der DB-Tochtergesellschaft Regionalbahn Schleswig-Holstein und der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) wäh­rend der letz­ten Wochen durch Eis und Schnee zu zahl­rei­chen Pannen und Zugausfällen gekom­men war, fand heu­te (7. Januar) auf Initiative von Verkehrsminister Jost de Jager bei der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) ein Spitzengespräch mit den Geschäftsführungen bei­der Unternehmen statt. Nach den Worten von LVS-Geschäftsführer Bernhard Wewers hät­ten bei­de Unternehmen dabei zuge­si­chert, künf­tig wie­der ver­trags­ge­mä­ße Leistungen zu erbrin­gen, ihre Konzepte für die Bewältigung von Frost und Schnee zu ver­bes­sern und die von den Ausfällen betrof­fe­nen Fahrgäste zu ent­schä­di­gen.

Wewers: „Wir haben den bei­den Unternehmen noch ein­mal deut­lich gemacht, dass wir die schlech­ten Leistungen der ver­gan­ge­nen Wochen nicht akzep­tie­ren. Mein Eindruck ist, dass die Botschaft ange­kom­men ist und dass die Unternehmen kurz­fris­ti­ge und lang­fris­ti­ge Lösungen ent­wi­ckelt haben und auch noch ent­wi­ckeln wer­den.”

Von Ende November 2010 bis zum 2. Januar 2011 waren bei der DB Regio AG in Schleswig-Holstein rund 820 Züge aus­ge­fal­len, die Pünktlichkeit der fah­ren­den Züge lag bei unter 80 Prozent. Bei der Nord-Ostsee-Bahn fie­len im glei­chen Zeitraum 570 Züge aus, die Pünktlichkeit lag bei knapp über 70 Prozent.

Wie Wewers wei­ter sag­te, hät­ten sowohl die DB Regio AG als auch die NOB akzep­tiert, dass das Land die aus­ge­fal­le­nen Züge nicht bezah­len wer­de. „Insgesamt gehen wir von einem Betrag in Höhe von rund einer hal­ben Million Euro aus. Uns ist beson­ders wich­tig, dass die betrof­fe­nen Fahrgäste nun ent­schä­digt wer­den. Und die bei­den Unternehmen soll­ten die Fahrgäste vor Ort umfas­send und per­sön­lich über die Probleme und die Lösungen infor­mie­ren.”

Beide Unternehmen hat­ten Vertretern des Landes und der LVS in den mehr­stün­di­gen Gesprächen die Analyse der Probleme der ver­gan­ge­nen Wochen vor­ge­legt und Gegenmaßnahmen vor­ge­stellt. Ursache für die Zugausfälle waren offen­bar neben win­ter­be­ding­ten Fahrzeugstörungen und der feh­len­den Schneeräumung unter ande­rem feh­len­de Werkstatt- und Abstellkapazitäten sowie feh­len­de Ersatzzüge. Hinzu kamen Defizite bei der Fahrgastinformation und im Krisenmanagement.

Verkehrsminister de Jager zog ein vor­sich­tig posi­ti­ves Fazit des Gesprächs: „Ich bin sicher, dass die Unternehmen jetzt die rich­ti­gen Weichenstellungen vor­neh­men und sich ihren Fahrgästen beim nächs­ten Frosteinbruch bes­ser prä­sen­tie­ren.” Der Minister mach­te zugleich aber auch deut­lich, dass das Land im Falle erneu­ter Pannen nicht nur das Geld für die aus­ge­fal­le­nen Leistungen ein­be­hal­ten, son­dern einen Sondermalus in erheb­li­cher Höhe ein­for­dern wer­de.

Die Züge der Nord-Ostsee-Bahn fah­ren seit dem 3. Januar wie­der fahr­plan­ge­mäß, die Züge der Regionalbahn Schleswig-Holstein sol­len ab dem 10. Januar wie­der annä­hernd fahr­plan­ge­mäß unter­wegs sein.

Die Regionalbahn Schleswig-Holstein wird also ab kom­men­den Montag zumin­dest ver­su­chen, so etwas Ähnliches wie einen fahr­plan­mä­ßi­gen Betrieb hin­zu­brin­gen. Der nächs­te Schneefall wird dann zei­gen, ob sich nen­nens­wert etwas geän­dert hat. Vor allem die Berufspendler wer­den gespannt sein, was sie dann erwar­tet.

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